Internationale Frühjahrsbuchwoche München
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Pressestimmen (Auswahl) zur 13. Internationalen Frühjahrsbuchwoche 2002,
"Indien - Zwischen Mythen und Mausklick"
(7. - 17. März 2002)


Seit dem 11. September ist die Welt kleiner geworden – und das Bewusstsein, dass die westliche Zivilisation auf keiner Insel des Wohlstandes lebt, größer. Auch wenn der Schwerpunkt Indien der 13. Internationale Frühjahrsbuchwoche längst geplant war – durch die Attentate in den USA und die folgenden Spannungen im Norden des indischen  Subkontinents hat das größte deutsche Literaturfestival neben der Frankfurter Buchmesse zusätzliche Aktualität erhalten.

Indien, das Land der Mythen und Moderne, des Kastenwesens und der Computerspezialisten, das Land Ghandis und der Atomwaffen, mit einer Bevölkerungszahl jenseits der Milliarde und 22 literarischen Sprachen (dazu kommen mehr als 1600 Dialekte) ist uns weitgehend fremd. Die Namen der 22 Autoren, die zwischen dem 6. und 17. März nach München kommen, sind für hiesige Zungen oft unaussprechlich, doch in ihrer Heimat sind Schriftsteller wie Ashokamitran, Ananthamurthy oder Abdul Bismillah Stars. Sie stehen für das breite Spektrum an kulturellen, religiösen und sozialen Perspektiven der indischen Literatur. In mehr als 40 Veranstaltungen – Lesungen, Ausstellungen, Konzerten und Diskussionen und einer Filmreihe – werden sie die Kultur ihres Kontinents in München vorstellen. 

Süddeutsche Zeitung, 9./10. Februar 2002



Namaste, willkommen in Indien: zehn Tage lang lassen uns 22 Autorinnen und Autoren ins Land der Gegensätze und Gewürze reisen, erzählen von Mythos und Wirklichkeit in der größten Demokratie der Welt im Umbruch zwischen West und Ost. ... Das Kulturreferat hat eine reichhaltige indische Mischung zusammengestellt: Lesungen, Ausstellungen, Filme, Musik und Tanz sollen sie uns nahebringen. Indien in allen Farben und Facetten, wo Tempel und Techno, bitterste Armut und wahrer Reichtum so selbstverständlich nebeneinander existieren. ... Schade, dass Salman Rushdie, im Westen der bekannteste indische Autor, nun leider doch nicht kommen konnte. Sonst würde er vielleicht seine Aussage "Literatur findet in Indien nicht statt" für diese zehn Tage in München widerrufen.

go. Das Münchner Stadtmagazin, März 2002



Pfeffer, Paprika, Curry – die Farben der Nationalflagge ziehen sich in duftenden Bahnen über den Fußboden. Leuchtendes Gewürzpulver ergießt sich aus Eimern, sattes indisches Naturpigment, präzis auf deutschen Untergrund gesiebt. Die Installation "Smell India" von Timm Ullrichs im Literaturhaus verbindet die Stoffe des Ostens mit den Zeichen des Westens. Sie begleitet die 13. Internationale Frühjahrsbuchwoche in München, die sich knapp zwei Wochen lang mit dem literarischen Kontinent Indien auseinandersetzt. Das Programm ist vielseitig und verspricht spannend zu werden.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3. März 2002



Wenn sich die 13. Internationale Frühjahrsbuchwoche in München dem Thema "Indien – Zwischen Mythen und Mausklick" widmet, wird dem Publikum ein vielfältiges Panorama eröffnet. Über zwanzig Autoren verschiedener Regionen, Sprachen, Generationen sollen einen Einblick in die kulturelle Vielfalt ihrer Heimat geben.

Stuttgarter Zeitung, 6. März 2002



Wer die Liste der 22 Gäste liest, wird neben vertrauten auf viele unbekannte Namen stoßen. In Indien wäre es eine Liste literarischer Größen. Dazu gehört Kiran Nagarkar ebenso wie der Hindi schreibende Nirmal Varma. Sunil Gangopadhyay, dessen Gedichte Allen Ginsberg bewunderte, dessen Romane Satyajit Ray verfilmte, ist einer der populärsten bengalischen Autoren. Die Marathi-Gedichte von Dilip Chitre haben höchste Preise erhalten. U.R. Ananthamurthy ist bei uns zwar ein Begriff. Sein Klassiker "Samskara" aber erschien in einem kleinen Verlag und ist vergriffen.

Deshpande, deren Romane über die gesellschaftliche Realität von Frauen in Indien hohe Auflagen erreichen (und auf die Naipauls abschätzende Bemerkung mit zielte), schreibt selbst auf Englisch. Viele der im Ausland lebenden Schriftsteller jedoch, monierte sie in einem Interview, würden mit dem nostalgiegefärbten "Trugbild eines exotischen Indiens" euro-amerikanische Fantasien bedienen.

Süddeutsche Zeitung, 7. März 2002



Indien ist eine Welt in einem Land. Dass mit dem Wissen unsere Verwirrung nicht abnimmt, machen die jüngsten Vorfälle deutlich. In Gujarat töten sich Hindus und Muslime gegenseitig. Hunderte Dahingemetzelte dort, wo Mahatma Gandhi Gewaltlosigkeit predigte. Woher kommt die Gewalt? Auch darüber wird gesprochen werden bei der Frühjahrsbuchwoche. ... Die Themen: Mythen und Moderne, Kastenwesen und Globalisierung, High-Tech und Heilige, Nationalismus und Fundamentalismus. Immer und überall auch: Der Westen und sein Blick auf Indien. Und Bücher, Bücher, Bücher. Ein Fest für Fans der indischen Literatur und solche, die es werden wollen.

Süddeutsche Zeitung, 7. März 2002



20 Autoren indischer Herkunft oder Abstammung bieten einen Einblick in das literarische Schaffen ihres Landes. Die Schriftsteller lesen aus ihren Büchern, die in ihrer Gesamtheit die Vielfalt Indiens spiegeln. Auf Einladung des Kulturreferats der Stadt München wollen die Autoren ihr Heimatland als modernen, aber auch von Traditionen geprägten Staat vorstellen. Im Anschluss an die Lesungen kann das Publikum mit den Schriftstellern über die Mythen, die Rolle indischer Frauen oder über den High-tech-Staat diskutieren. 

Nürnberger Nachrichten, 8. März 2002



Bei der Eröffnungsveranstaltung "Indische Nacht: Polyphonie der Stimmen" lesen neun Autoren in sieben verschiedenen Sprachen ..., die sich unterscheiden wie das "Finnische und das Portugiesische". "So kann man vielleicht dafür ein Gefühl entwickeln", sagt Ilija Trojanow, "der Begriff Vielfalt muss ja erstmal gefüllt werden." Die Buchwoche sieht Trojanow als Chance, den Blick auf die indische Kultur zu ändern.

Abendzeitung, 8. März 2002



Nach den Themenschwerpunkten der letzten Jahre steht heuer wieder mal ein ganzes Land im Mittelpunkt von Münchens aufwändigstem Literatur-Event. Unter dem Motto "Zwischen Mythen und Mausklick" kommen 20 indische Autorinnen und Autoren nach München, um bis 17.März bei Lesungen und Podiumsdiskussionen die Literatur ihres Landes zu präsentieren. Aber auch Kunst und Musik kommen nicht zu kurz ... Zugegeben, viele Autoren, die zur Buchwoche kommen, sind bei uns kaum bekannt. Man darf also gespannt sein auf die Entdeckungen, die da zu machen sind.

tz, 8. März 2002



Exotische Wohlgerüche, fremdländische Trommelklänge im Münchner Literaturhaus: Die Inder sind da! Nein, nicht die vielgefragten Computerexperten, sondern die Dichter, Denker und Literaten. Aber auch die stehen derzeit hoch im Kurs – auf dem internationalen Buchmarkt nämlich gelten Erzähler aus Indien als potentielle "Fesselungskünstler", gilt Indien als fruchtbarer Nährboden für literarische Talente. .. Den genannten "großen Namen" wird man freilich in München nicht begegnen. Dafür kann man etliche Autoren kennen lernen, die im Westen bislang wenig bekannt sind, auf dem Subkontinent jedoch zu den Großen zählen. Und somit vielleicht die wahren Repräsentanten der indischen Literatur sind ...

Die Frühjahrsbuchwoche verspricht ein multimediales und multikulturelles Ereignis zu werden, kurz: ein echtes Literaturfestival, das zu einer Entdeckungsreise einlädt. In den nächsten Tagen liegt München gewissermaßen am Ganges.

Bayerischer Rundfunk, 8. März 2002




Betörende Düfte steigen aus einer Deutschlandflagge auf, aus drei verschiedenen Curry-Mischungen auf den Boden gesiebt. Eine Klanginstallation lässt Tempelglöckchen im Münchner Literaturhaus bimmeln. Und der Tabla-Spieler Shankar Lal versetzt die Zuhörer mit ungewohnten Tönen in Trance. Sinnlich wurde die Internationale Frühjahrsbuchwoche eröffnet. Lust auf die Entdeckung Indiens machten diese Exotismen, doch die gilt es in den kommenden Tagen zu überwinden. ... Wenn Indiens Botschafter Ronen Sen lobt, "es ist einzigartig, so viele ruhmvolle indische Autoren versammelt zu haben", die hierzulande teils unübersetzt sind, dann gibt das zu denken.

Münchner Merkur, 9. März 2002 



Dunkel wurde es im Münchner Literaturhaus, Sprechgesang war zu hören, Stimmen eines belebten Dorfes, Hundebellen. Mit so suggestiver Kraft brach bei üder Münchner Frhjahrsbuchwoche die "Indische Nacht" mit ihrer "Polyphonie der Stimmen" herein, dass sogar der Hund im Publikum seine bellende Kommunikation mit den Verwandten auf dem Subkontinent aufnahm. Vielstimmigkeit, das ist im Falle der indischen Literatur nicht nur Reichtum an Sprachen, sondern auch Vielfalt an kulturell verschiedenen Erfahrungen, gesellschaftlich reglementierten Blickwinkeln und eine Vielzahl kritischer Töne. 

Münchner Merkur, 12. März 2002  



"Indien muß man riechen, schmecken, hören, sehen", kündigt das Münchner Kulturreferat die Frühjahrsbuchwoche mit dem Thema "Indien" an. Vor allem hören und sehen konnte man ein Stück des Ostens, als drei herausragende Autorinnen in sandfarbenen Saris die Bühne der Black Box im Gasteig betraten. Shashi Deshpande, Gagan Gill und Nabaneeta Dev Sen lasen aus ihren Texten und diskutierten bei der Veranstaltung "Das lange Schweigen" über Tradition und Emanzipation in ihrer Heimat. Obwohl jede aus einer anderen Ecke Indiens stammt, verfolgen sie doch das gleiche Ziel: nämlich die Situation der Frauen in Indien zu verbessern. Die anschließende Diskussion hatte angenehmer Weise nicht den Charakter einer wissenschaftlichen Abhandlung emanzipatorischer Wandlungen in Indien. Vielmehr erzählten die Schriftstellerinnen von ihren persönlichen Erfahrungen – den Schwierigkeiten, als Frau über Sexualität, Begehren und Erotik zu schreiben.

Münchner Merkur, 12. März 2002



Es ist jedes Jahr ein großes Ereignis, wenn die Internationale Frühjahrsbuchwoche in München beginnt, denn rund zehn Tage lang wird ein umfangreiches Thema behandelt. Mag sein, dass dieses Jahr der gewählte Gegenstand den zeitlichen Rahmen sprengt ... Deswegen war es von den Organisatoren richtig gewählt, in der Mitte des Veranstaltungsreigens einen indischen "global player" zu befragen: Wie steht es um das Eigene und das Fremde? – rund um diese Frage gab Maestro Zubin Mehta im Konzertsaal der Hochschule für Musik bereitwillig Antwort. 

SWR, 12. März 2002 



Alle strahlen. Jetzt kann man es ruhig sagen: Niemand war sicher, ob die Frühjahrsbuchwoche, die am Sonntag endet, ein Erfolg werden würde. Die jedermann bekannten Namen fehlten. Doch es ist alles, alles gut geworden.

Veranstaltungen mussten wegen des Andrangs in größere Räume verlegt werden. Es gab Diskussionen, die keiner beenden wollte. Ein waches, fragendes Publikum. Eine erstaunliche Neugierde auch auf noch unübersetzte Autoren. Dank der unverbrüchlichen deutschen Indienliebe, einem immensen Interesse an Informationen über die aktuelle politische Situation. Dank Eva Schuster und Cornelia Zetzsche, die mit dieser klug themenorientierten Buchwoche bewiesen haben, dass es auch ohne Medienstars geht. Denen mit einem eher bescheidenen Etat ein aufregendes Programm, ein großes deutsch-indisches Fest der Literatur gelungen ist.

Süddeutsche Zeitung, 16. März 2002



Indischer Literatur wird gern das Etikett des Exotischen angeheftet. Auch bei der Frühjahrsbuchwoche in München wurde getanzt und getrommelt, die scheinbar unvermeidliche Zutat, um einem größeren Publikum das Tor zum Orient zu öffnen. Dabei ist Indien in seiner heutigen Dichtung nicht so fremd, wie das der Einfluß von Mythen und einer überaus farbenreichen Kultur glauben machen könnte ... Beeindrucken konnten einige der vorgestellten Texte vor allem durch ihre präzise Wahrnehmung des Menschlichen, das auch in einer von Riten und Regeln gesättigten Kultur nicht untergeht. 

Deutschlandfunk, 16. März 2002 



Unter dem Motto "Indien – Zwischen Mythen und Mausklick" versammelten sich über zwanzig Schriftsteller, die zehn Tage lang ihre Bücher vorstellten und über ihr Land diskutierten.

Der Erfolg der Veranstaltung war überwältigend, die Säle waren dem Ansturm kaum gewachsen. Und dies, obwohl fast alle Autoren und ihre Werke, um die sich fast nur Kleinverlage wie Lotos, A1, Union kümmern, dem allgemeinen Publikum unbekannt waren.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. März 2002



Die Buchwoche in München war eine der seltenen Gelegenheiten, zu der indische Autoren beider Seiten zusammenkamen – und damit eine Möglichkeit, bestehende Animositäten auszuräumen.

F.A.Z Business Radio, 18. März 2002



Das Kulturreferat hat alles auf die Karte "Indien" gesetzt – und gewonnen. Es war nicht ohne Risiko, zwanzig in Deutschland kaum bekannte Autoren einzuladen und mit ihnen über zehn Tage ein dichtes Programm zusammenzustellen. Die 13. Internationale Frühjahrsbuchwoche ist dennoch ein Erfolg geworden, weil die Veranstalter einen sehr persönlichen Kontakt zu den Autoren herzustellen wußten. ... Die Organisatoren wollten viel: politische, soziale, medienkritische, ethnische, religiöse Themen aufgreifen und die vielsprachige Literatur vorstellen. Ihre hohen Anforderungen haben sie umgesetzt und den Münchnern die starken Differenzen auf dem mit einer Milliarde Menschen bevölkerten Subkontinent näher gebracht.

Abendzeitung, 18. März 2002



Nachdem man sich in den letzten beiden Jahren -  durchaus erfolgreich -  mit stärker theorieorientiertem Interesse urbanen Topographien und dem "künstlichen Menschen" gewidmet hatte und dazu Autoren aus den verschiedensten Zusammenhängen miteinander konfrontierte, leistete man in diesem Jahr echte Pionierarbeit, indem man ein einzelnes Land in den Mittelpunkt stellte, allerdings mit Indien eines, das einen eigenen Kosmos darstellt, der hierzulande allenfalls in klischierter Form bekannt ist. ... Wie ein roter Faden zog sich die Frage des Umgangs mit Traditionen - sowohl denen der westlichen Perspektive auf Indien als auch die der innerindischen Selbstansicht - durch die Veranstaltungen. Am spannendsten dabei war, wie sich der Disput zwischen den verschiedenen Generationen indischer Autoren entspann.

Frankfurter Rundschau, 19. März 2002



Die meisten Namen kannte man nicht und die wenigsten Gesichter: Dabei sind Sunil Gangopadhyay, Keki Daruwalla, U.R. Ananthamurthy oder Abdul Bismillah große literarische Fische. Nur gehen sie den deutschen Verlagen nicht ins Netz. Indische Literatur nämlich, das war die erste Lektion der jetzt zu Ende gegangenen Münchner Frühjahrsbuchwoche,  ist im Westen immer noch NRI-Literatur, Literatur der "non residant Indians", die in England leben und vor allem in den USA. In München aber fehlten zum Wohle der Veranstaltung Stars wie Salman Rushdie, Vikram Seth oder Manil Suri, die ihre alte Heimat, wenn überhaupt, aus der Ferne beschreiben. Dennoch war Indien nicht mehr der obskure Ort einer Sehnsucht, als der es durch so viele Köpfe geistert, sondern ein großes Land inmitten einer kleiner gewordenen Welt. Ob es um die hindu-nationalistisch motivierten blutigen Unruhen anlässlich des geplanten Tempelbaus in Ayodhya, den Kaschmir-Konflikt oder um die Rolle des Stiefbruders Pakistan im Afghanistan-Krieg ging – in der globalisierten Gesellschaft kommentieren auch Indiens Intellektuelle stets Weltpolitik und beweisen sich dabei eins ums andere Mal als Demokraten. Gelegentlich wurde die Münchner Buchwoche so zur Feierstunde der arg in Verruf geratenen Multikulturalität.

Die Welt, 20. März 2002



Allein schon die Teilnahme von zwanzig indischen Autorinnen und Autoren machten die am 17. März zu Ende gegangene Münchner Internationale Frühjahrsbuchwoche zum Ereignis. Ganz im Sinn des Mottos "Indien: zwischen Mythen und Mausklick" ging es den Veranstaltern um die Darstellung der Vielfalt des riesigen Landes, in dem ... krasse Gegensätze aufeinanderprallen. Das Nebeneinander von Tradition und Moderne, das Verhältnis von Stadt und Land, Ost und West sowie das jüngst einmal mehr von Gewalt überschattete Verhältnis zwischen Hindus und Muslimen waren denn auch einige der zentralen Themen, die in den zahlreichen Diskussionsrunden und Lesungen thematisiert wurden.

Der Bund, 21. März 2002



Zwischen Mythen und Mausklick beginnt eine literarische Selbstfindung, deren Ziel irgendwo in der Mitte angesiedelt ist. Der Weg zu einem literarischen Miteinander könnte in den Diskussionsrunden in München seinen Anfang genommen haben.

"Solange man in seiner Arbeit ehrlich ist, vergleicht man nicht", sagt der Schriftsteller Raj Kamal Jha: "Dann braucht man sich keine Gedanken darüber machen, warum ein indischer Autor in London mehr Erfolg hat." Eine Ansicht, mit der Indien nicht nur seiner grossen literarischen Tradition gerecht wird, sondern letzlich auch zu seinen Wurzeln des 19.Jahrhunderts zurückkehrt, als man die enge literarische Beziehung zwischen Ost und West nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung sah.

Neue Zürcher Zeitung, 26. März 2002 



Das imposante Aufgebot war durchaus auch schon Programm... Seinen besonderen Glanz erhielt das Münchner Festival durch die klug gewählte Präsentation der Polyphonie der indischen Literatur, die in insgesamt 22 Sprachen geschrieben wird. ... Die Münchner Buchwoche hat auf überzeugende Weise eine Idee vom erzählerischen Reichtum der indischen Literatur vermittelt und dabei aufgezeigt, wie viele Schätze erst noch zu entdecken wären.

Der Landbote, 2. April 2002



Munich Book Festival was exemplary in many respects. It presented many facets and many skills. Music, dance, litterature, films, Indian participants all blended into a harmonious and artistic experience. The whole things seemed done effortlessly. But anyone who pauses to think can imagine the days and nichts of hard work and discussions in setting the chart for the Festival. All this by a city, and equivalent of a corporation of an Indian city having a cultural department and a special literary wing.

Sunday Express, May 5, 2002



Auf der Frühjahrsbuchwoche in München haben im März indische Autoren aus ihren Werken gelesen. Das Kulturamt der Stadt München wollte mit der Aktion deutsche Verlage dazu anregen, einige der bisher noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Bücher zu entdecken und hat eigens einige Auszüge übersetzen lassen, die u.a. von der Schauspielerin Sunnyi Melles vorgetragen wurden.

Die Lesungen in München fanden vor ausverkauftem Haus statt, im Literaturhaus fanden sich jeweils über 300 Zuhörer ein. Das Interesse wurde entfacht, doch bis zum Erscheinen der Bücher in Deutschland ist es noch ein weiter Weg.

Buchreport, Mai 2002



Dass sich das Schwergewicht in Deutschland inzwischen zu Gunsten indo-anglischer Literatur verschoben hat, zeigen die Programme großer Verlage ... Dringend notwendig ist es, Voraussetzungen zu schaffen für die Entstehung guter Direktübersetzungen bedeutender Werke in Indiens Regionalliteraturen ...

Die Münchner Frühjahrsbuchwoche war in diesem Sinn das wichtigste Ereignis nach der Frankfurter Buchmesse 1986. Nach 16jährigem Randfigurendasein bekamen einige hochkarätige Autoren, die in Regionalsprachen schreiben, die Chance, sich neben den hierzulande bekannten indo-anglischen Autoren als gleichwertige Repräsentanten der Literatur Indiens aufzutreten und ihre Werke zu präsentieren.

Meine Welt, Jg 19, H 1