Internationale Frühjahrsbuchwoche München
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Pressestimmen (Auswahl) zur 9. Internationalen Frühjahrsbuchwoche 1998,
"Literatur aus Israel"

 
 
... Dieser Bus namens Israel ist jetzt seit 50 Jahren unterwegs. Die Landschaften und Geschichten, die an ihm vorüberziehen, die Menschen und ihre Konflikte, die es in ihm gibt, können durch nichts besser vermittelt werden als durch die Literatur. Zum Jubiläum der Staatsgründung Israels widmen sich deshalb die 9. Internationalen Frühjahrsbuchwochen der israelischen Literatur ... 20 israelische Autorinnen und Autoren sollen die Vielstimmigkeit, Komplexität und Themenfülle der israelischen Literatur und Gesellschaft deutlich machen.

Abendzeitung, 11. Februar 1998



... Kein besonders großes Budget also, dennoch wirkt das vor allem von der Lektorin und Übersetzerin Patricia Reimann zusammengestellte Programm so vielstimmig, wie der Anspruch der Veranstaltung formuliert ist.

Süddeutsche Zeitung, 11. Februar 1998



Wer sie nicht kennt, wird überrascht sein: Es ist eine in vielen Farben schillernde Literaturszene, die sich in Israel etabliert hat. Eine Szene, die nicht nur mit der Aufarbeitung des Holocaust beschäftigt ist, sondern auch kritisch Stellung bezieht zur aktuellen politischen Lage in Nahost, zur gesellschaftlichen Situation in diesem krisengeschüttelten Land. Und doch ist davon, bis auf die Titel weniger "Promis", noch nicht viel nach Deutschland gedrungen. Die Internationale Frühjahrsbuchwoche will hier Abhilfe schaffen – mit vielen Lesungen, einer Podiumsdiskussion und einem zweitägigen Symposion.

Münchner Merkur, 4. März 1998



Bevor die Literaten zu Wort kamen, hatte eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Brennpunkt Israel – Solidarität, Kritik und die Gegenwärtigkeit des Verdrängten" versucht, das israelisch-deutsche Verhältnis im Jubiläumsjahr zu vermessen... In den Vorträgen der Literaten selbst während des zweitägigen Symposiums "Manifold Voices and Memory" wurden dann die gegenwärtigen Probleme der israelischen Gesellschaft im einzelnen deutlich ... Wenn der Zuspruch des Publikums anhält wie bisher, dann könnte dies mithelfen, die Existenz der Frühjahrsbuchwoche zu sichern.

Badische Zeitung, 9. März 1998



Israel feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Auch in Deutschland wird das Ereignis an vielen Orten gefeiert werden. Einen Anfang macht die ganz hervorragend besuchte 9. Frühjahrsbuchwoche zur israelischen Literatur in München. Das israelisch-deutsche Verhältnis war klug an den Kopf der Veranstaltung gesetzt: Dürfen Deutsche sich in israelische Angelegenheiten einmischen?

Frankfurter Rundschau, 11. März 1998



"Es wäre nicht normal, wenn das deutsch-israelische Verhältnis normal wäre", stellte Uri Avnery treffend fest. Vielleicht konnte die 9. Internationale Frühjahrsbuchwoche ja dazu beitragen, die ästhetische Einsicht zu verbreiten, daß der Mangel an Normalität, daß die Bejahung spannungsvoller Relationen auch eine Chance darstellt.

Bayerische Staatszeitung, 13. März 1998



So ist es zu begrüßen, daß die 9. Internationale Frühjahrsbuchwoche in München sich dem Vielvölkerstaat Israel gewidmet hat. Geladen ... waren rund zwanzig Schriftsteller, die ein weites Spektrum israelischen Literaturschaffens abdeckten. An die Isar kamen europäische und orientalische Juden, Überlebende des Holocaust und in Israel Geborene, Laizisten und Orthodoxe. Deswegen und weil im Staat der Juden neben hebräisch, der ersten Landessprache, auch arabisch und englisch und zunehmend russisch gesprochen wird, war auf den Fluren des Literaturhauses oft ein babylonisches Sprachengewirr zu vernehmen. Auf den Podien jedoch, wo man eine klare Diktion – und wunderbare Anekdoten – bevorzugte, trafen zu oft Diskutanten eines Lagers aufeinander ... Um so mehr freute man sich auf die Lesungen ... Hier zeigte die "BuchWoche" was Literaturvermittlung leisten kann: anregen, erregen, aufregen.

Stuttgarter Zeitung, 16. März 1998



Rettet das Frühjahr! ... Nicht von Frühlingsgefühlen soll hier die Rede sein, sondern vom literarischen Frühjahr. Und von den unguten Gefühlen, die viele befallen, wenn sie hören, daß die 9. Internationale Frühjahrsbuchwoche, die heute zu Ende geht, die letzte gewesen sein könnte. Pläne dafür gibt es nämlich. Die Frühjahrsbuchwoche soll vielleicht im Jahresprogramm des Literaturhauses aufgehen, und damit verbunden ihr Eventcharakter und die 230 000 Mark städtischer Förderung. Dabei hat sich diese Einrichtung in Deutschlands größter Buch- und Verlagsstadt prächtig etabliert. Die zwei Wochen im Jahr, in denen sie das literarische Leben an vielen verschiedenen Orten Münchens mit Lesungen und Diskussionen belegt, wirken über die Stadtgrenzen hinaus. Heuer sind zum Thema israelische Literatur 4 000 Besucher zu 34 Veranstaltungen gekommen. 20 teils sehr renommierte Autoren sind der Einladung an die Isar gefolgt.

Abendzeitung, 17. März 1998



Wenn Siegfried Hummel, dieses Jahr scheidender Münchner Kulturreferent, die 9. Internationale Frühjahrsbuchwoche in höchsten Tönen lobt, wenn er nicht nur von kultureller Verständigung und einem besonderen Ereignis spricht, was zur üblichen Rhetorik gehört, sondern die Veranstaltung als einen der letzten Orte wahrer Kulturvermittlung darstellt, muß man was darin sehen?
Erstens hat er recht. Zu einem vergleichsweise läppischen Preis ... bekommt die Stadt ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Bild eines Landes geboten. Dieses Jahr ging es um Israel; viele namhafte und junge Autoren der bei uns zu wenig bekannten hebräischen Literatur hielten sich in München zu Lesungen und Gesprächen auf...

Börsenblatt, 17. März 1998



Daß sich diese Literatur heute völlig anders darstellt, war in diesem Tagen in München zu hören. An die zwanzig Autoren demonstrierten bei der von der Stadt veranstalteten Frühjahrsbuchwoche mit Lesungen und Diskussionen eindrucksvoll die Fülle und Lebendigkeit dessen, was heute in Israel geschrieben wird ... Daß die Beziehungen sehr wohl "besondere" sind, zeigte der Zustrom zu den Veranstaltungen. Viele Lesungen und Diskussionen waren überfüllt, manchmal mußten Interessenten abgewiesen werden. Die Gefahr, daß Israel "marginalisiert" werde und an den Rand der Wahrnehmung rutsche, wovor der Philosoph Avishai Margalit warnte, von dieser Gefahr war in München nichts zu spüren.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. März 1998