Internationale Frühjahrsbuchwoche München
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1990 - 2000
2002
2001
2000
Internationale Frühjahrsbuchwoche seit 1990

1990 fand zum ersten Mal die Internationale Frühjahrsbuchwoche statt. Im Lauf der Jahre hat sie sich zu einem der wichtigsten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum entwickelt und sich besonders mit ihren wechselnden Themenschwerpunkten profiliert. Jeweils im März - seit 2002 in biennalem Rhythmus - sind Autorinnen und Autoren, Wissenschaftler, Journalisten und auch Künstler anderer Sparten aus dem In- und Ausland eingeladen, um in Lesung und Gespräch ihr Werk vorzustellen oder in Podiumsdiskussionen und Vorträgen Aspekte des Themenschwerpunkts zu beleuchten. Filmvorführungen, Konzerte, Ausstellungen, Theaterabende ergänzen ggf. das literarische Programm.

Die Internationale Frühjahrsbuchwoche findet an verschiedenen Orten überall in München in Zusammenarbeit mit zahlreichen Mitveranstaltern statt, u.a. Literaturhaus, Münchner Buchhandlungen, Offene Akademie der Volkshochschule, Stadtbibliothek, Monacensia, Bayerische Akademie der Schönen Künste, Internationale Jugendbibliothek, Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde, Tukan Kreis, Lyrik Kabinett, ausländische Kulturinstitute, Institute der Universität.


Themenübersicht 1990 – 2002  
 
1990: Die erste Internationale Frühjahrsbuchwoche fand einige Monate nach der "sanften Revolution" in den osteuropäischen Ländern statt. Eingeladen waren Autoren aus Albanien, Bulgarien, Jugoslawien, Polen, der Sowjetunion, Rumänien, der Tschechoslowakei und Ungarns (Vladimir Sorokin, Libuse Moníková, György Dalos, Andrej Bitow u.a.).

1991: präsentierte die Frühjahrsbuchwoche die deutschsprachige Literatur aus Ost und West, u.a. H.C. Artmann, Gerhard Rühm, Uwe Timm, Herta Müller, Christoph Ransmayr, Elfriede Jelinek.

1992: "Der Sturz der Propheten. Literatur im Umbruch" war das Thema dieser Frühjahrsbuchwoche, deren Höhepunkt ein Symposion unter der Schirmherrschaft von Tschingis Aitmatov war.
U.a. nahmen teil: Ismail Kadare, Cees Nooteboom, Andrzej Szczypiorski, Mario Vargas Llosa.

1993: "Jeder Mensch ist ein Abgrund" - vor dem Hintergrund rechtsradikal motivierter Brandanschläge und Morde in Deutschland und der blutigen Eskalation des Bürgerkriegs in Jugoslawien setzte sich die 4. Internationale Frühjahrsbuchwoche mit "Gewalt, Krieg, Terror in der Literatur" auseinander. U.a. mit Aleksandar Tisma, Harry Mulisch, Walter Mosley, Nuruddin Farah.

1994: war die Literaturstadt Prag Thema und Partner der Frühjahrsbuchwoche, die einen Beitrag zur Überwindung der Mißverständnisse zwischen Tschechen und Deutschen leisten wollte. Vorgestellt wurden u.a. die Autoren Ivan Klíma, Ludvík Vakulík, Tereza Boucková, Jaroslav Putík.

1995: Mit Wien und der österreichischen Literatur setzte die Internationale Frühjahrsbuchwoche ihre "Länderschwerpunkte" fort. Nach München kamen Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Robert Menasse, Josef Haslinger, Milo Dor, Fritz Muliar, Robert Schindel u.v.a.

1996: Der Blick über den Ozean fokussierte die Gegenwartsliteratur der USA: Zum Thema "American Literature - American Identities" waren Autoren unterschiedlicher kultureller, religiöser, ethnischer und sozialer Herkunft eingeladen, darunter Jamaica Kincaid, Rita Mae Brown, Charles Simic, Scott Bradfield, Robert Kelly, Jayne Anne Phillips, Kathy Acker, Bharati Mukherjee.

1997: Gibt es eine "nordische Literatur" oder ist "der Norden" eine Fiktion? Mit dieser Frage stellte die Frühjahrsbuchwoche 33 Autoren aus den Ländern Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden vor, u.a. P.O. Enquist, Herbjørg Wassmo, Inger Christensen, Torgny Lindgren, Peer Hultberg, Einar Kárason, Maj Sjöwall.

1998: Anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Staates Israel war die 9. Internationale Frühjahrsbuchwoche der Literatur dieses Landes gewidmet. Im Blickpunkt standen die Vielstimmigkeit und Themenfülle dieser multi-ethnischen Literatur auf kleinstem Raum, und die zahlreichen religiösen und gesellschaftlich-politischen Spannungsfelder, in denen die Literatur dieses Landes entsteht. Vorgestellt wurden 20 Autorinnen und Autoren, darunter Jehuda Amichai, Uri Avnery, Benny Barbasch, Batya Gur, A.B. Jehoschua, Yoram Kaniuk, Jehoschua Kenaz, Judith Katzir, Savyon Liebrecht, Avishai Margalith, Meir Shalev.

1999: stand unter dem Motto "Letras vivas" und präsentierte mit 22 Autorinnen und Autoren die Gegenwartsliteratur Spaniens. Eingeladen waren die wichtigen literarischen Repräsentanten der Regionen und deren kultureller und sprachlicher Eigenart (Galicien, Baskenland, Katalanien) sowie der drei Autorengenerationen (die Schriftsteller der Nachkriegszeit, die Autoren der Transición nach dem Tod Francos, die "Kinder der Demokratie").
Nach München kamen u.a. Jorge Semprún, Javier Marías, Manuel Vázquez Montalbán, Javier Tomeo, Rafael Chirbes, Almudena Grandes, Bernardo Atxaga.

2000: Nach den Länderschwerpunkten der vergangenen Jahre wandte sich die Frühjahrsbuchwoche dem Thema "Großstadtliteratur" zu. Unter dem Titel "Weltstädte – Stadtwelten" wurde mit rund 40 Autorinnen und Autoren ein Panorama der internationalen Großstadt-Literatur der Gegenwart skizziert. Gezeigt und diskutiert wurden literarische Städtebilder und Spielarten urbanen Daseins und Lebensgefühls, die Bedeutung der Metropole als literarische Inspiration, Ideenreservoir und Stilbildner, Bestandsaufnahmen und Zukunftsvisionen für die Stadt.
Nach München kamen: Geoffrey Beattie (Belfast), Bogdan Bogdanovic (Belgrad/Wien), Ignácio de Loyola Brandão (São Paulo), Nik Cohn (New York), Raj Kamal Jha (Kalkutta/Neu Delhi), Elias Khoury (Beirut), Ping-kwan Leung (Hongkong), Alexandra Marinina (Moskau), Paul Nizon (Paris), Yvonne Vera (Harare), der Künstler Michelangelo Pistoletto (Biella, Cittadellarte) und viele andere.

2001: Mit über 40 AutorInnen und WissenschaftlerInnen aus aller Welt zeigte die 12. Internationale Frühjahrsbuchwoche unter dem Motto  "Fiction & Science" die gegenseitige Inspiration von Literatur und Naturwissenschaft. Untersucht wurde, wie sich die zeitgenössische Literatur mit wissen schaftlichen Themen und Denkmodellen auseinandersetzt; in Podiumsdiskussionen, Vorträgen und dem Symposion "Die zweite Schöpfung" kamen aktuelle Fragestellungen der Forschung zur Sprache sowie Funktion und Selbstverständnis der Naturwissenschaften in der Gesellschaft von heute und morgen.
Teilnehmer waren u.a. die SchriftstellerInnen Inger Christensen, Philip Kerr, Harry Mulisch, Jacques Roubaud, Bruce Sterling, Marlene Streeruwitz, Ljudmila Ulitzkaja und Leon de Winter, die Wissenschaftler und Romanautoren Valentin Braitenberg (biologische Kybernetik), Alan Lightman (Astrophysik) und Carl Djerassi (der "Vater" der Pille) sowie der Mathematiker Simon Singh und der Biologe und Dolly-Kloner Ian Wilmut.

2002: Mit dem Thema "Indien – Zwischen Mythen und Mausklick" wagte die Internationale Frühjahrsbuchwoche einen Blick weit über die europäische Literatur hinaus: auf das zweitgrößte Land der Welt und dessen vielgestaltige und vielsprachige Literatur, die im Westen noch kaum bekannt ist. Dargestellt wurde die "Polyphonie der Stimmen" - Literatur in 7 Sprachen von Autoren aus unterschiedlichen Regionen des Kontinents zwischen Lahore und Bangalore -, zu diskutieren waren (besonders nach dem 11. September) hochaktuelle Themen wie die Koexistenz der Religionen und Kulturen, die Erfahrungen mit Fundamentalismus, sozialen und ethnischen Konflikten.
20 indische Autorinnen und Autoren kamen nach München, darunter Vikram Chandra, Dilip Chitre, Anita Desai, Shashi Deshpandes, Sunil Gangopdadhyay, Sudhir Kakar, U.R.Ananthamurthy, Kiran Nagarkar, Bapsi Sidhwa. Neben Lesungen und Diskussionen und einem Symposion zum Thema "All India – Geteiltes Land oder Großer Plural?" fanden u.a. Indische Nächte, Ausstellungen, eine Filmreihe und eine Klangcollage im öffentlichen Raum statt.





International Book Week in Munich

Organizer: Cultural Department of the City of Munich
Co-Organizers: Literaturhaus, Bookstores, theatres, literary societies ecc


The International Book Week was first held in 1990 and has become the main highlight in Munich’s literary calendar ever since. Taking place in bookstores, theatres, museums and cafés, it enjoys the attention of a large audience and journalists in all german-speaking countries. The Book Week focusses on alternating subjects, presenting international authors and their work in readings, discussions, lectures and talks. The literary program is accompanied by films, exhibitions, music and theatre performances.


1990: For the first International Book Week, held some months after the "soft revolutions" in Eastern Europe, authors from Albania, Bulgaria, Yugoslavia, Poland, the Soviet Union, Romania, Czechoslovakia, Hungary were invited: Vladimir Sorokin, Libuse Moníková, György Dalos, Andrej Bitow et al.

1991: The Book Week featured German speaking authors, among them H.C. Artmann, Gerhard Rühm, Uwe Timm, Herta Müller, Christoph Ransmayr, Elfriede Jelinek.

1992: "Fall of the Prophets. Literature in Change" was the motto, the highlight was a symposium under the honorary chairmanship of Tschingis Aitmatov. Participants: Mario Vargas Llosa, Cees Nooteboom, Andrzej Szczypiorski, Ismail Kadare et al.

1993: "Every Man is an Abyss" - under the impression of neofascist terror in Germany and the escalation of the civil war in former Yugoslavia "violence, war and terror as topics in literature" became the theme of the 4th Book Week. Among the authors: Aleksandar Tisma, Harry Mulisch, Walter Mosley, Nuruddin Farah.

1994: The city of Prague provided both theme and partnership: the dialogue with Czech authors offered the possibility to deal with the misunderstandings and resentment between Czechs and Germans. Among others the authors Ivan Klíma, Ludvík Vakulík, Tereza Boucková, Jaroslav Putík came to Munich.

1995: The neighbours were presented: Vienna and the Austrian literature. With Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Robert Menasse, Milo Dor, Fritz Muliar, Robert Schindel and many other novelists, poets, performers.

1996: Focussing the other side of the Atlantic, the theme was "American Literature - American Identities". Authors of different cultural, ethnic and social origins were invited to Munich: Charles Simic, Jamaica Kincaid, Rita Mae Brown, Scott Bradfield, Kathy Acker, Jayne Anne Phillips, Beth Nugent, Pat Conroy, Robert Kelly, Bharati Mukherjee et al.

1997: The 8th International Book Week presented the literature of five nordic countries:Denmark, Finland, Iceland, Norway and Sweden. The question was: Is there any specificcommon ground to nordic literature or is "The North" an artificial and abstract idea? More than 30 authors came to Munich: Per Olov Enquist, Herbjørg Wassmo, Inger Christensen, Torgny Lindgren, Peer Hultberg, Einar Kárason, Maj Sjöwall et al.

1998: According to the 50th anniversary of the state of Israel the Book Week was dedicated to Israeli Literature. The programme focussed on the manifold voices and the variety of themes of this multi-ethnic literature as well as on the religious and social-political issues: the conflicts between Jews and Arabs, Aschenasim and Sephardim, the survivers of the Holocaust and Sabres, laizistic and orthodox people. Among the authors: Jehuda Amichai, Naim Araidi, Uri Avnery, Benny Barbasch, Batya Gur, A.B. Jehoschua, Yoram Kaniuk, Jehoschua Kenaz, Savyon Liebrecht, Avishai Margalith, Meir Shalev et al.

1999: "Letras vivas" presented contemporary Spanish Literature. Readings and lectures unfolded the panorama of this literature, which is shaped by the specific cultural and linguistic character of the regions as well as by the different political and social backgroundof three generations of authors (postwar generation, period of the "Transicíon" after Franco’s death, the "Children of democracy"). 22 of the most important spanish writers and intellectuals came to Munich, among them: Jorge Semprún, Javier Marías, Manuel Vázquez Montalbán, Javier Tomeo, Rafael Chirbes, Almudena Grandes, Bernardo Atxaga.

2000: "Cities of the World/ World of Cities” unfolded a panorama of the international contemporary "City literature”. Readings and dialogues showed the varieties of urban existence and dealed with the significance of the metropolis as a source of inspiration, present aspects and future visions of the City were discussed. Among the authors: Bogdan Bogdanovic (Belgrad/Vienna), Ignácio de Loyola Brandão (São Paulo), Nik Cohn (New York), Raj Kamal Jha (Kalkutta/Neu Delhi), Elias Khoury (Beirut), Ping-kwan Leung (Hongkong), Alexandra Marinina (Moskau), Paul Nizon (Paris), Yvonne Vera (Harare) and the artist Michelangelo Pistoletto (Biella, Cittadellarte).

2001: "Fiction & Science”: More than 30 international authors and scientists showed theinspirations and contrasts of fiction and science. They pointed out the way how temporary literature reflects scientific themes and thoughts and discussed - in talks and lectures and in the symposium "The Second Creation” - questions of topical scientific relevance as well as the position of science in society. Among the guests: Harry Mulisch, Jacques Roubaud, Bruce Sterling, Philip Kerr, Ljudmila Ulitzkaja and Leon de Winter, the astrophysician and novelist Alan Lightman, Carl Djerassi, the "father” of the pill, the mathematician Simon Singh and the biologist Ian Wilmut who cloned "Dolly”.

2002: By choosing the subject "India – between myth and mouseclick" the International Bookweek ventured to broaden its view far beyond European literature: it focussed on a whole continent and its versatile and multilingual literature, which still is hardly known in the West. The Book Week presented the "Polyphonic Voices”: literature in seven languages by authors from different regions of the continent between Lahore and Bangalore and discussed highly topical subjects – particularly since September 11th - like the coexistence of religions and cultures, experiences with fundamentalism or social and ethnic conflicts. 20 Indian authors came to Munich, among others Vikram Chandra, Dilip Chitre, Anita Desai, Shashi Deshpandes, Sunil Gangopadhyay, Sudhir Kakar, U.R.Ananthamurthy, Kiran Nagarkar and Bapsi Sidhwa. Along with readings and discussions and a symposion about "All India – divided country or big plural?” the programme included an Indian Night, exhibitions, a film series and a sound collage in public spaces.