13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2004
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Vykintas Baltakas

Hier sei ein Komponist am Werk, der es versteht, subtil zu hören, und der das Vertraute aufregend ins Fremde verwandelt, urteilte Reinhard Schulz nach dem Klangspuren-Konzert, mit dem sich Vykintas Baltakas 2001 in München vorstellte.

Vykintas Baltakas, 1972 in Vilnius (Wilna) geboren, studierte 1990 bis 1993 an der Musikakademie seiner Heimatstadt Komposition und Dirigieren. Weitere Studien folgten an der Karlsruher Musikhochschule bei Wolfgang Rihm (Komposition) und Andreas Weiss (Orchesterleitung). 1997 besuchte er die Kompositionsklasse von Emmanuel Nunes am Pariser Conservatoire. 1994 bis 1997 assistierte er dem ungarischen Komponisten und Dirigenten Peter Eötvös bei mehreren Projekten. In den Jahren 1994 bis 1996 nahm Baltakas an den Ferienkursen für neue Musik in Darmstadt teil, 1994 und 1995 außerdem am Internationalen Bartók-Seminar in Szombathely und an der Arbeitstagung für neue Musik in Darmstadt. Kompositionsstipendien erhielt er von der Heinrich-Strobel-Stiftung, vom Herrenhaus Edenkoben und von der Nadia und Lili Boulanger-Stiftung. 1999/2000 arbeitete Baltakas am IRCAM in Paris. 1997 bis 1998 war er Musikalischer Leiter an der Kammeroper Schloss Rheinsberg und gab Gastspiele bei den Festspielen Mecklenburg Vorpommern, an der Oper Leipzig, beim Schleswig Holstein Musik Festival. Mit der Uraufführung des Auftragswerkes anderes Lied. Double für die Münchner Biennale 2001 debütierte Baltakas im Gasteig München (Reihe Klangspuren). 2003 folgte in Wien die Aufführung seines Werkes about to drink dense clouds für Sprecherin, Kammerensemble und Zuspielband – ein Auftrag der Wiener Festwochen und des Klangforums Wien.

Mit der Kammeroper Cantio, die Vykintas Baltakas und die Dichterin Sharon Joyce in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur Oskaras Korsunovas für die Münchner Biennale 2004 geschaffen haben, versuchen die drei Künstler, die Bedeutung der theatralischen Sprache mit ihrem mimischen und musikalischen Ausdruck für das Musiktheater neu zu bestimmen. Sie entwickelten ihr Opernprojekt aus der antiken Abschiedsrede – die Sprache des Gesangs ist also Altgriechisch -, mit der das Verschwinden der Götter so lange wie möglich hinausgezögert werden sollte. Die Musik gruppiert sich um eine elektronisch eingespielte Hauptstimme. Solostimmen reagieren auf sie, begleiten sie, opponieren – Stimmen, die sich des Belcanto ebenso wie des Sprechens bedienen, dazu ein Ensemble von rund 20 Musikern. Über die Live-Elektronik werden Bewegungen und Klänge der Bühne verwandelt und in den musikalischen Prozess eingegeben. So entsteht eine musikalisch-dramatische Entwicklung in Schleifen, die sich spiralartig auf ein Ende in einem Kreislauf zu bewegt und zeigt, daß die Sprache des Musiktheaters mehr als die Semantik des (gesprochenen oder geschriebenen) Wortes umfasst.


Im Rahmen des Symposions »Literatur und Musik – Konkurrenz oder Symbiose?« am 13.3. im Literaturhaus: Vykintas Baltakas im Gespräch mit Lydia Hartl



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