13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Symposion

All India - Geteiltes Land oder "Grosser Plural"?
am Sonntag, 10. März, 14.00 Uhr
im Literaturhaus, Saal, Salvatorplatz 1
Moderation: Bettina Weiz
Mit Simultanübersetzung

Indien, Pakistan und Bangladesch
Das zerfurchte Gesicht Südasiens

Hinduismus, Islam und Gott weiß was noch
Die Religionen in Indien

Hindi, Tamil und anderthalbtausend andere
Das Sprachenlabyrinth Indiens

Kasten, Klassen und der Platz der Frau
Das indische Statusdenken

Dorf, Stadt und Cyberspace
Das globalisierte Indien

Die Teilung war dem indischen Staat in die Wiege gelegt: Auf jenem Gebiet, das Briten als Kolonialreich zusammengefaßt hatten, sind nach viel Blutvergießen Indien, Pakistan und Bangladesh als eigenständige Nationen entstanden. Beinahe wäre auch der Süden des Subkontinents als separates Land abgetrennt worden. Nun bildet er eine von vielen selbstbewußten Regionen innerhalb der indischen Union. Dazu kommt die Vielfalt von Gruppen innerhalb und außerhalb des Kastensystems, von Religionen, von männlichen, weiblichen, städtischen und ländlichen Lebenswelten - und von Sprachen: Dialekte mitgerechnet gibt es anderthalbtausend davon, aber mit keiner kann man sich überall im Land verständigen.

Ist Indien ein geteiltes Land? Oder ist es ein großer Plural? Pankaj Mishra spricht über die schwierige Beziehung zwischen der Nation und ihren Regionen und wirft dabei einen besonderen Blick auf die Krise in Kashmir.Keki Daruwalla, der auf pakistanischem Gebiet geboren wurde und in Indien Präsidentenberater und Offizier des Sicherheitsdienstes war, äußert sich zur Frage "Sicherheit und Terrorismus" in Kashmir und im Panjab. In Bangladesh, das 1971 abtrünnig und ein selbständiger Staat wurde, liegt heute der Geburtsort des Bengalen Sunil Gangopadhyay aus Calcutta. Kern vieler Konflikte in Indien ist die Religion bzw. das, was Politiker daraus gemacht haben: ein politisches Instrumentarium. Abdul Bismillah schildert die Situation von indischen Moslems, zu denen er selbst zählt. U. R. Ananthamurthy setzt sich mit dem Hinduismus als Religion der Brahmanen auseinander. Daß es schon ein Politikum sein kann, in welcher Sprache ein Autor schreibt, zeigen Gulzar und Pankaj Mishra. Ersterer hat sich für Urdu entschieden, Mishra für Englisch, obwohl es ihm bis ins Erwachsenenalter fremd war. Mit den Abgründen des Systems von von Klassen, Kasten und Gruppen, die nicht einmal als Kasten anerkannt werden, wird Raj Kamal Jha als Redakteur einer großen Zeitung täglich konfrontiert. Was Frauen dabei für eine Rolle spielen, erläutert die Lyrikerin Gagan Gill. Die Verheißungen des Cyberspace in einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung auf dem Land lebt und die Hälfte nicht lesen und schreiben kann, lotet Shashi Deshpande aus der "IT-Stadt" Bangalore aus. Und Ashokamitran spricht über das Gefälle zwischen Stadt und Land..

Bettina Weiz



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