13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Lesung

Ortszeit Kalkutta

Lesung und Gespräch mit Nabaneeta Dev Sen und Sunil Gangopadhyay
Moderation: Georg Lechner
Am Dienstag, 12. März, 19.00 Uhr, im Goethe Forum

Kalkutta - das heutige Kolkata - ist erst 300 Jahre alt und zählt heute zu den zwölf größten Städten der Welt. Von 1773 bis 1911 die Hauptstadt des britischen Indien, wirtschaftlich vor allem durch die Jute- und Textilindustrie erstarkt, hat es im 19. Jahrhundert eine große politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebt, die noch weit in das frühe 20. Jahrhundert ausstrahlte. Legendär aber bleiben die sozialen Reformer Raja Ram Mohan Roy und Keshub Chander Sen, die religiösen Erneuerer Sri Ramakrishna, Swami Vivekananda und Sri Aurobindo, die bedeutenden wirtschaftlichen Köpfe P. C. Ray und Satyendra Nath Bose, die literarischen Genies Bankim Chandra Chatterjee, die Nobelpreisträger Rabindranath Tagore und Amartya Sen und der weltbekannte Filmemacher Satyajit Ray.
Kalkutta ist aber nicht nur einmalige »Hall of Fame« moderner Kultur, sondern auch die Stadt der grausamen Göttinnen Durga und Kali, Schauplatz der großen Hungersnot von 1943, der Massaker vom November 1946 als Folge der Teilung Indiens und der politischen Morde der Naxaliten um 1970 oder der Einwanderungsflut von 1947 und 1971 mit jeweils Millionen von Toten oder Leidtragenden, Hindus und Moslems.
Seit über drei Jahrzehnten wird Kalkutta als einzige indische Stadt kommunistisch regiert und wurde von Rajiv Gandhi in einem kontroversen Statement einmal als »dying city« apostrophiert. Wegen der maroden Wirtschaft von den meisten internationalen Fluglinien nicht mehr angeflogen, trotzt Kalkutta, die Stadt Mutter Theresas, ihrem schlechten Image mit der einzig funktionierenden Untergrundbahn Indiens, dem Bau neuer Viertel wie der Salt Lake City und dem Glauben an die unendlichen Bevölkerungsressourcen und ihren unauslotbaren menschlichen Qualitäten.
Dem Gespräch mit den beiden Autoren Sunil Gangopadhyay und Nabaneeta Dev Sen geht der Dokumentarfilm »Howrath! Howrath!« von Till Passow voraus.

Georg Lechner




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