13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Beethoven in Bombay
Maestro Zubin Mehta - Ein Porträt

Die Eltern sind Inder, die Kinder sind Kanadier. Er selbst ist in Bombay geboren, in Los Angeles zu Hause, sein Arbeitsplatz ist in Israel, Florenz, München und dem Rest der Welt, aber noch immer hat er einen indischen Paß. Eine so polyglotte Biographie hat mancher Inder, aber eine Laufbahn wie die Zubin Mehtas, dem »Isar-Inder«, wie die seriöse Frankfurter Allgemeine Zeitung den Maestro flapsig nannte, ist sicherlich außergewöhnlich.
Er ist Parse, nicht Hindu, aufgewachsen mit dieser Religion, deren Prophet Zarathustra ist, die den Elementen huldigt, dem Feuer vor allem; ein Nachfahre jener Parsen also, die vor über 1000 Jahren aus Persien nach Indien kamen, ihre Religion mitbrachten, sich ansonsten assimilierten, später auch westliche Einflüsse des British Empire aufnahmen; die »Juden Indiens«, wie Zubin Mehta die Parsen einmal nannte. Sein Vorname ist persisch, der Nachname indisch.
»Beethoven war in Indien zuhause«, sagte er einmal. Mehli Mehta, sein Vater, Geiger und Gründer des Bombay Symphony Orchestra, war sein erster Lehrer. In Hans Swarow-sky fand Zubin Mehta in Wien seinen Lehrer und Mentor, der schon früh sein Talent erkannte und ihm Zugang eröffnete zu Bruckner, Mahler, Schönberg. »Der ist der geborene Dirigent«, sagte Swarowsky über den 18jährigen Zubin Mehta, der nach einem Abstecher in die Medizin an der Wiener Akademie Musik studierte. Nach seinen Auszeichnungen beim internationalen Dirigentenwettbewerb in Liverpool und dem Koussevitzky Wettbewerb in Tanglewood folgten die Stationen Montreal und Los Angeles. In der New Yorker Met stand er als jüngster Dirigent am Pult. Das Israel Philharmonic Orchestra ernannte ihn 1969 zum musikalischen Berater, 1977 zum Chefdirigenten, 1981 zum Musikdirektor auf Lebenszeit. Spektakulär, wie er dort um die Anerkennung der Musik von Wagner rang - ein Inder als Bote deutscher Musik! Von Pierre Boulez übernahm er 1978 die Leitung des New York Philharmonic Orchestra. Dem Maggio Musicale ist er seit 1985 als Chefdirigent verbunden. Die Bayerische Staatsoper gewann den Weltstar ab der Spielzeit 1998/99 als Generalmusikdirektor.
Auch wenn Zubin Mehta nur ab und zu nach Indien kommt, ist er seiner Heimat noch immer sehr verbunden. Die Benefizkonzerte für die Erdbebenopfer Indiens vor einem Jahr waren selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich engagiert er sich zeitlebens für humanitäre Zwecke in aller Welt.
Auch nach 30 Jahren sieht sich Zubin Mehta nicht als Amerikaner, sondern als Inder und spricht Gujarati mit den Eltern. Indien bleibt sein Sehnsuchtsland. Dort ist er noch immer zu Hause. »Wenn ich nach Bombay komme, kann ich mich stundenlang in den Straßen der Stadt verlieren«, sagte der Maestro, »vom Herzen her bin ich Inder«.

»Nachdenken über das Eigene und das Fremde«: Zubin Mehta über »sein Indien« im Gespräch mit Stephan Sattler.
Am 12. März in der Musikhochschule


In Zusammenarbeit mit dem Indien-Institut und der Hochschule für Musik und Theater München




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