13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Die bayerische Entdeckung Indiens

Reisetexte bayerischer Indienfahrer, vorgestellt und gelesen von Michael Skasa
Musik: Sunil Banerjee (Sitar)
Sonntag, 10. März, 11.00 Uhr, in der Monacensia, Maria-Theresia-Str. 23

Der Bayer trinke stark und wolle »von alters her vor allem seine Ruhe«, stellte der Geschichtsschreiber Aventinus fest. Das Volk sei schlecht und recht, meinte er, höre auf die Geistlichkeit, bleibe gern zu Haus, reise wenig. Wen also wundert es, wenn der fern dem Meer geborene Bayer nicht gerade als Weltfahrer und Entdecker gilt.
Und doch zog es einige Bayern - in Gedanken wie auf abenteuerlichen Reisewegen - in das ferne Wun-derland Indien. Allen voran der Märchenkönig, der von exotischen Gärten, prunkvollen Palästen und goldgeschmückten Elefanten schwärmte. »Indien und der Buddhismus haben etwas für mich unaussprechlich anziehendes, Sehnsucht und selige Wonnen erweckendes«, schrieb Ludwig II. an Richard Wagner, den er inständig - wenn auch vergebens - zu einer Oper nach indischen Motiven drängte. Seinem träumerischen König widmete der Münchner Forscher Hermann von Schlagintweit die vierbändige Darstellung seiner Reisen in Indien und Hochasien, wohin er im Herbst 1854 zusammen mit seinen Brüdern Adolf und Robert aufbrach. Diese Expedition, von der sie unschätzbares Text- und Anschauungsmaterial mitbrachten, führte sie zweieinhalb Jahre lang durch unerforschtes Gebiet, von Ceylon bis nach Turkestan, von Assam bis nach Karatchi. Auch schon lang vor den wagemutigen Brüdern Schlagintweit machten sich bayerische Indienfahrer einen Namen: Der Allgäuer Balthasar Sprenger ging im Jahr 1505 im Auftrag eines Augsburger Handelshauses auf die lange Reise. Im 17. Jahrhundert reiste der Nürnberger Johann Jakob Saar im Dienst der Niederländischen Compagnie und berichtet den Daheimgebliebenen vom Ritual der Witwenverbrennung, von Riesenschlangen und wilden Tigern; der Regensburger Freiherr von Hügel ging 1831 auf große Forschungsfahrt und veröffentlichte später seine Reiseerfahrungen. Kronprinz Rupprecht aus dem Hause Wittelsbach bereiste 1898 Indien, und auch Waldemar Bonsels zog es von Ambach am Starnberger See dorthin.
Eher einer vom Schlage der Bayern, wie sie Aventinus kannte, war Ludwig Thoma. Der liebte zwar die Exotik, vor allem in Frauengestalt, aber die musste schon nach Bayern kommen, so wie die »Indianerin« Cora aus Bombay, die in den Lausbubengeschichten den selbstgerechten Weilbacher Bürgern ordentlich den Kopf verdreht.

In Zusammenarbeit mit der Monacensia



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