13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Mythen und Moderne

»Indien«, schrieb sein erster Premierminister, Jawaharlal Nehru, »ist ein Mythos und eine Idee, ein Traum und eine Vision, und trotzdem ist es sehr real, sehr präsent und allgegenwärtig.« In dem Satz schwingen Widersprüche mit, wie die aufgeklärten Europäer sie nicht kennen. Denn Indien ist nicht nur ein Mythos, sondern voller Mythen. Das Leben der Menschen ist durchwoben mit heiligen Geschichten einer fernen Vergangenheit, die doch immer aufs neue zur Gegenwart werden. Nicht historische Begebenheiten, sondern überlieferte göttliche Wahrheiten, in nahezu allen Glaubens-Schattierungen. Das Leben der Menschen ist aber auch erfüllt von modernem geschichtlichen Bewußtsein, von politischem Bewußtsein. Indien, der moderne Staat, Heimat des High-Tech-Denkens, des Rechner-Könnens. Ein Land, dem die abendländische Lebenstrennung in sakral und profan fremd ist, in dem die Dinge zusammen gedacht werden. Eine Vision. Für uns: ein Geheimnis. In Indien: ganz selbstverständlich, wenn Shashi Tharoor mit Der große Roman Indiens das große Epos Mahabharata bis ins 20. Jahrhundert fortschreibt und mythologische Szenen in der Moderne spielen läßt; wenn Kiran Nagarkars historischer Roman Cuckold im 16. Jahrhundert spielt, eine Heilige und ihren königlichen Gemahl in Krishnas Schatten stellt und dabei doch auch von Indiens Heute erzählt, vom Leben zwischen Mythos, Geschichte, Gegenwart.
Wilhelm Warning

Am 9. März im Museum für Völkerkunde, in Zusammenarbeit mit dem Indien-Institut




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