13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Imagination Indien

Mitglieder der Akademie lesen: Peter Hamm, Friedhelm Kemp, Ruth Rehmann, Albert von Schirnding und Barbara von Wulffen
Am 6. März, 19.00 Uhr, in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

Von Goethe bis Grass haben deutsche Schriftsteller, Indologen und Philosophen ihren eigenen Indien-Mythos geschaffen, belebt, verwandelt und sich - vielfach enttäuscht - wieder von ihm abgewandt. Indien ist »als gesuchtes Land ein wesentliches Moment der ganzen Geschichte« gewesen, schreibt Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Für das literarische Europa der letzten zwei Jahrhunderte ist diese Suche nach Indien zugleich eine Geschichte der Entwürfe neuer »Wunschgeographien« gewesen, eine Geschichte der Entdeckung neuer »Indien«.
Ein Jahrhundert lang baute man in Deutschland einen Indien-Mythos aus der Ferne auf, ein poetisches Traumbild, ungetrübt von Berührungen mit den Realitäten des Landes. Nach Indien verlegte man die Sehnsüchte, die der Rationalismus Europas nicht stillen konnte. Erst im 20. Jahrhundert lernt man Indien durch Reisen kennen. Das Traumbild Indien läßt sich nicht so leicht einfangen, Enttäuschungen folgen: von der besonderen Anziehungskraft Indiens, aber auch von ernüchternden Erfahrungen erzählen die Reiseaufzeichnungen von Max Dauthendey, Hermann Hesse, Hermann Graf v. Keyserling, Carl Gustav Jung und von Mircea Eliade aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Eine kontroverse Demontage des »geheimnisvollen« Indienbildes brachte Günter Grass in den achtziger Jahren.
Die so verschiedenen Zugänge zu Indien, zu einem erlebten, erdachten und imaginierten Indien, sollen in dieser »Klassikerlesung« vor Augen geführt werden. Auf dem Programm stehen Texte von Mircea Eliade, Sir Galahad, Heinrich Zimmer, Thomas Mann und Uwe Herms.

Veena Kade-Luthra




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