13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Foto Gulzar»Poetry is my life line«
zu Gulzar
von Elisabeth Braune

Gulzar« bedeutet »ein blühender Garten«. Es ist ein Wort aus dem Urdu, der Staatssprache Pakistans, einer der Nationalsprachen Indiens, die bis nach Persien weist. In Deena, im heutigen Pakistan, ist Sampuran Singh 1936 geboren. Mitte der 50er Jahre kam er nach Bombay; dort begann seine Karriere im Filmgeschäft mit der Regieassistenz bei Bimal Roy, der schnell Gulzars Talent erkannte und ihn unter seine Fittiche nahm. 13 eigene Filme hat Gulzar seit 1971 gedreht; und seine empfindsamen Film-Songs machten in der Filmwelt Bombays Furore. Er ist Drehbuchautor von über 60 Film- und Fernseh-Produktionen und Partner berühmter indischer Regisseure wie Hrishida und Asit Sen, mit denen er Filme wie Anand (1970), Guddi (1971), Namak Haram (1973), Do Dooni Char (1968), Khamoshi (1969) und Safar (1970) machte.
Auch wenn sich Gulzar dem Mainstream des indischen Kinos und der Pop-Kultur Bollywoods fügte, seine Liebe gehört der Poesie. Poesie sei seine Lebenslinie, sagt er. Und daß ihn im Grunde die Literatur zum Film gebracht habe. Schon in der Schule brillierte er mit dem Vortrag eigener Gedichte auf Urdu, der Sprache von Pakistans Nationaldichter Iqbal. Entscheidend für seine literarische Biografie waren die ganz Großen der indisch-pakistanischen Moderne: pakistanische Dichter wie Mir oder Faiz Ahmde Faiz, aber auch ein Bengali wie Rabindranath Tagore. In einer Fernsehserie erzählt Gulzar die Lebensgeschichte des berühmten Ghalib, der auf Persisch und Urdu dichtete und im 19. Jahrhundert mit Wortwitz und Selbstironie, gedanklicher Tiefe und Realitätssinn Vorbild wurde für folgende Dichter-Generationen.
Gulzars andere Leidenschaft gilt der Musik. »Musik hat in unserem Leben einen natürlichen Platz. Musik erfüllt den Raum von der Morgenandacht bis zum Milchmann, der auf dem Fahrrad sein Lied pfeift«, sagt er. Spät erfüllte er sich einen Kindertraum und tat, was ihm in der konservativen, strengen Familie verboten gewesen war: Er lernte Sitar spielen. Auch das Schreiben wäre ihm vielleicht untersagt worden, hätte er nicht heimlich immer Papier und Bleistift bei sich getragen, die vor den Augen der Eltern leichter zu verbergen waren als ein Musikinstrument.
Für seine Gedichte und Kurzgeschichten erhielt Gulzar zahlreiche Preisen und Ehrungen, darunter dem Sahitya Akademi Award 2001. Einige seiner Bücher, Gedichtbände und Kurzgeschichten, wurden ins Englische übersetzt, und derzeit arbeitet der deutsch-indische Dichter Rajvinder Singh an der Übertragung von Gulzars Lyrik ins Deutsche.

Veranstaltungen mit dem Autor am 10. und 13. März



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