13. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2002
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Foto Gagan Gill(Keine) Zeit der Begierde
zu Gagan Gill
von Vridhagiri Ganeshan

Schon im Alter von neunzehn Jahren trat Gagan Gill, geboren 1959, mit ihren Texten an die Öffentlichkeit. Nach dem Studium der englischen Literatur arbeitete sie ein Jahrzehnt als Literaturredakteurin für die »Times of India«, bevor sie sich 1994 ganz dem eigenen literarischen Schreiben widmete. 1983 erregte sie Aufsehen mit ihren Gedichten in der Reihe »Girl Series« und wurde verglichen mit großen Dichterinnen der Vergangenheit wie Meera und Mahadevi Verma. Sie hat bisher drei Gedichtbände und einen Prosaband mit Essays, Reisetagebüchern und Notizen veröffentlicht (Dilli men Uninde - Schlaflos in Delhi, 2000).
Gagan Gill wuchs in einem Haus voller Bücher auf, zweisprachig, mit Panjabi und Hindi, Englisch galt nur für gesellschaftliche Anlässe, Hindi wurde die Sprache ihrer Dichtung. Gagan Gill gehört zu einer Generation jüngerer Inderinnen, die sich bewußt gegen gesellschaftliche Konventionen auflehnen und die Rolle(n) der Frau literarisch zur Sprache bringen, ihre Sehnsüchte, ihre Ansprüche. Bemerkenswert ist das breite thematische und stilistische Spektrum der Lyrikerin, deren Gedichte in viele indische und europäische Sprachen übersetzt wurden. Sie schreibt über das Heranwachsen eines Mädchens unter strenger Aufsicht und Überwachung (Ek Din Lautegi Ladki - Eines Tages wird sie zurückkommen, 1989), thematisiert den Terror im Panjab, veranschaulicht das Leben als tagtägliches Spiel zwischen Leben und Tod und beschäftigt sich mit der buddhistische Lebensweise (Andhere men Buddha - Buddha in der Dunkelheit, 1996). In ihrem dritten Lyrikband Yah Akanksha Samay Nahin (Diese Zeit ist keine Zeit der Begierde, 1998), der Gagan Gill den »Kedarnath Agrawal Lyrik Preis« für den besten Lyrikband in Hindi einbrachte, geht es um die unerfüllte Liebe einer Frau zu einem buddhistischen Mönch.
Gagan Gill hat sich auch als Übersetzerin ins Hindi und Panjabi einen Namen gemacht - u.a. von Werken von Zbiegnew Herbert und Reden von Mahatma Gandhi - und als Herausgeberin u.a. der Anthologie New Women writing in Hindi und eines Buches über den bekannten indischen Maler Ramkumar. Zahlreiche (Vortrags-) Reisen führten sie in die Vereinigten Staaten, nach England, Mexiko, China, Rußland, Deutschland, Italien und Australien. Obwohl vertraut mit dem Westen, plädiert sie doch gegen die Verwestlichung des indischen Erziehungssystems und für die Rückbesinnung auf eigene Traditionen. Gagan Gill versteht sich nicht als politischer Mensch, unterstützt aber die Freiheitsbewegung tibetischer Flüchtlinge in Indien. Mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Nirmal Varma, lebt sie in ihrer Heimatstadt Neu Delhi.

Veranstaltungen mit der Autorin am 8, 9., 10. und 13. März



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