12. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2001
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Lesungen/Gespräch mit Barbara Slawig und Marcus Hammerschmitt
und eine Klangreise mit (vorwiegend) Vinylraumschiffen von Das Temporäre Klangmuseum mit dj Kalle Laar
Am Freitag, 16. März, ab 21.00 Uhr, in der lothringer13

Der Blick nach oben hat seit jeher die Gedanken und Träume der Menschen beflügelt: den festen Boden hinter sich lassen, aufbrechen in das grosse, unbekannte funkelnde Dunkel, den Weltraum ...
Spätesten seit 1900 hat die Popkultur kaum etwas mehr fasziniert als die Vorstellung von fernen, fremden Welten, exotisch und geheimnisvoll. Die Ausmalung ihrer Erforschung und Eroberung inspirierte nicht nur die Bilderwelt von Roman-, Comic und Filmautoren, spätesten seit "Krieg der Welten" will man auch wissen: wie klingt die Zukunft?
Am 30.Oktober 1938 führte Orson Welles Regie bei dem berühmtesten Hörspiel aller Zeiten, einer Bearbeitung des H.G.Wells-Klassikers "War of the Worlds". Der Realismus der sich ständig steigernden Reportagen von der Ankunft einiger Raumschiffe vom Mars und einer drohenden Invasion versetzte damals fast ganz New Jersey in Panik.
Die Klänge der Zukunft zu antizipieren war und ist das Anliegen jedes Science Fiction-Hörspiels und -Films. Auf alle möglichen Arten wird hier geblubbert, gezischt und gedröhnt, möglichst skurril, verhallt oder verzerrt. Es gibt eine Reihe von Tönen, die jeder von uns sofort mit Science Fiction verbindet, z.B. bestimmte Glissandi, in den 50er Jahren vor allem hervorgebracht durch das Theremin, ein elektronisches Instrument ohne Eingabetastatur, gesteuert nur durch die Bewegungen der Hände um zwei Antennen. Oder auch bestimmte Klangräume, vor allem in der Frühzeit der Musikelektronik, als man bemüht war, fremde Planeten auch so tönen zu lassen, entfernt und merkwürdig. Klangliche Höhepunkte sind die legendären Filme "Forbidden Planet" von Fred McLeod Wilcox (1954), "The day the earth stood still" (mit der Musik von Bernard Herrmann) und Mario Bava’s Planet der Vampire aus dem Jahr 1965.
"Space is the place", der Titel eines Klassikers von Jazz-Exzentriker Sun Ra, wurde spätestens am 5. Juli 1969 für Space-Enthusiasten zumindest vorübergehend zum Leben erweckt: "The eagle has landed" und "That’s one small step for man, a giant leap for mankind" wurden seit der Mondlandung zu wahrhaft geflügelten Worten. Doch schon bevor sich Richard Nixon noch einmal in einem Publicityerfolg sonnen konnte, war der Äther erfüllt vom Klang der Kommunikation mit diversen Satelliten, unbemannt, mit Hund (Laika) oder Astronaut unterwegs um den Globus und weiter hinaus.
Natürlich fand das Gezirpe von Sputnik I-IV (1957-58), das Geblubber von Explorer I (1958)
oder das Gequake von Echo I (1960) und Lunik I (1959) ihren Weg auf diverse Schallplatten, die dem Weltraum gewidmet waren. Besonders nach der Mondlandung waren solche Platten kurzzeitig beliebt. Mit den zwar originalen, aber nichtsdestoweniger kaum verständlichen Funksprüchen von Wostok I (1961) bis Mercury 6 (1962), und von Woschod I (1964) bis Apollo 10 (1969) nahm die Welt teil am Wettlauf der beiden Großmächte ins All.
Da durften natürlich auch Interviews mit den Deutschen Pionieren der Raketentechnik nicht
fehlen, insbesondere mit Wernher von Braun, der fast zu einem amerikanischen Nationalhelden mutierte, während seine Rolle in der NS-Zeit dezent unerwähnt blieb.

Das Temporäre Klangmuseum mit dj Kalle Laar lädt ein zu einer Reise durch Raum und Zeit, durch die klanglichen Vorstellungen vom Welt-Raum, zu einer Zeitklangreise der Science Fiction Töne, unterstützt durch bewegte und andere Bilder.

SF-Lesungen von Barbara Slawig und Marcus Hammerschmitt um 21.00 Uhr.
Ab ca 22.00 Uhr Klangreise mit Kalle Laar.

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