12. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2001
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Science in Fiction
Podiumsdiskussion mit Carl Djerassi, Bernhard Kegel, Leon de Winter
Moderation: Cornelia Zetzsche
Am Freitag, 9. März, 19.00 Uhr, im Literaturhaus

Wer deutet die Welt? Wer stellt die großen Fragen, wer führt zu Einsichten, findet Erklärungsmodelle? Die Naturwissenschaften schicken sich an, das Deutungsmonopol zu übernehmen. Die Geistes- und Sozialwissenschaften weisen dies als Anmaßung zurück, verweisen auf den Menschen als "zoon politicon" und "zoon symbolicon", das weder mit Genen noch mit Hirnströmen erschöpfend erklärt werden kann. Und die Literatur? Wissenschaft und Technik und ihre enormen Auswirkungen auf unser Leben und unser Welt- und Menschenbild sind – abgesehen von der Science Fiction - immer noch seltene Themen in der Gegenwartsliteratur. Scheinen sie zu uninteressant? Oder zu kompliziert und umfassend? Zu abstrakt oder einfach zu fremd?
Das Wissen, daß die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist, läßt uns auf dem Weg zum Supermarkt nicht stolpern, schrieb Ralf Bönt. Begnügen sich die meisten Autoren gewissermaßen mit diesem Weg zum Supermarkt, der ja literarisch durchaus ergiebig sein kann?

"Science in Fiction" ist das Thema des Podiumsgesprächs mit den Autoren Carl Djerassi, Bernhard Kegel und Leon de Winter, und die Fragen sind zahlreich: Welches Inspirationspotential hat die Naturwissenschaft für die Literatur, welche Bedeutung hat sie für aussagekräftige literarische Gesellschaftsbilder? Mit welchen (unterschiedlichen) Mitteln und Zielen wird die Science für die Fiction nutzbar gemacht. Oder dient die literarische Phantasie vor allem als Vehikel für die Vermittlung von Wissenschaft und Einblicken in den Wissenschaftsbetrieb? Was treibt den Wissenschaftler, sich auf das "unseriöse" Glatteis belletristischen Fabulierens zu begeben, und was bewegt den Schriftsteller, sich in die Gedankenwelt eines Forschers zu versetzen? Wissenschaftliches und literarisches Denken und Schreiben fordern gänzlich unterschiedliche Methoden, folgen anderen Gesetzen. Verändert das Thema Wissenschaft die literarischen Schreibweisen? Taugt die "schöne Literatur" zur Aufklärung, zum Wissenstransfer, ohne ästhetische Einbußen in Kauf nehmen zu müssen? Andererseits: Sind erstzunehmende literarische Entwürfe des heutigen Daseins ohne Berücksichtigung von Wissenschaft und Technik überhaupt möglich?

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Literaturhaus

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