12. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
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Das Klon-Mädchen
zu Charlotte Kerner
von Nina Kuhn

Seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere gilt Charlotte Kerners Hauptinteresse den Themen Frauen, Forschung und Wissenschaft. Ihr erstes Buch schrieb die 1950 geborene Autorin im Jahr 1980 nach einem einjährigen Studienaufenthalt in China über ihre Erfahrungen dort und die Stellung der chinesischen Frau in der Gesellschaft. Den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt Charlotte Kerner bereits 1987 für die Biografie "Lise, Atomphysikerin – Die Lebensgeschichte der Lise Meitner". Ihr erster Roman "Geboren 1999" wurde sie in die Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis aufgenommen. "Blueprint, Blaupause", Charlotte Kerners jüngster Roman, wurde im letzten Jahr erneut mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet (Beltz&Gelberg 1999). Charlotte Kerner studierte Volkswirtschaft und Soziologie. Heute lebt sie als Journalistin und Autorin in Lübeck.
Klonen – ja oder nein? Dieses umstrittene Thema steht im Mittelpunkt von "Blueprint, Blaupause". Charlotte Kerner setzt mit ihrem Zukunftsroman eine Diskussion fort, die bisher meist ohne Beachtung ihrer emotionalen Seiten geführt worden ist. Das Klonen von Menschen ist nicht nur das Problem der "Macher".
Die hochbegabte Komponistin Iris Sellin ist unheilbar krank und kinderlos. Damit ihr Talent nicht mit ihr aus der Welt verschwindet, lässt sie sich klonen. Iris und ihre Tochter Siri sind damit eineiige Zwillinge und Mutter und Kind zugleich. Siri wächst in einer Beziehung auf, die es so zwischen zwei Menschen noch nie gegeben hat. Als Kopie, als Blueprint ihrer Mutter, lebt sie mit einem vorgelebten Leben und dem Auftrag, Iris und ihr Talent unsterblich zu machen. Was bedeutet ein solches Leben für das Original und die Kopie? Wer ist Ich und wer Du, wer frei und wer Sklave des anderen? "Blueprint" erzählt Siris Geschichte von ihrer Geburt bis zum Tod der Mutter, als Siri 22 ist. Jetzt erst und schreibend wird sie sich ihrer Besonderheit, ihres Klon-Seins bewusst; und wie Teile eines Puzzles fügen sich ihre Erinnerungen und Träume, ihre Gespräche und Gedanken zu einem neuen Bild ihrer selbst zusammen.
Siris Identitätssuche zeigt, was es heißt, nicht aus elterlicher Liebe gezeugt, sondern aus Narzissmus reproduziert worden zu sein, um als Kopie dem Ruhm des Originals zu dienen. Charlotte Kerner hat ein beklemmendes, hochaktuelles Thema in einen spannenden Roman gekleidet.

Lesung der Autorin und Gespräch mit Barbara Ritzert am 11. März im Literaturhaus

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