12. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Maerz 2001
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Foto HammerschmittDer neue Hofnarr
zu Marcus Hammerschmitt
von Bernd Flessner

Im letzten Jahrtausend, genauer gesagt 1999, erschien im Suhrkamp Verlag eine Kassette mit Werken namhafter Science-Fiction-Autoren. Neben Stanislaw Lem, H.P. Lovecraft, J.G. Ballard und den Brüdern Strugatzki enthält die Sammlung auch den Roman eines jungen deutschen Schriftstellers: "Target" von Marcus Hammerschmitt.
Von der Kritik bislang nur wenig beachtet, hat sich der 1967 in Saarbrücken geborene Autor nicht nur unter Kennern des Genres rasch einen guten Namen gemacht. Souverän versteht es Hammerschmitt, mit den Formen, Motiven und Symbolen der Science Fiction zu spielen und auch vertraute Themen und Situationen zu neuen Bildern zu verdichten, die nur wenige Autoren zu evozieren vermögen. Seine Vorliebe für das in Deutschland immer noch unterbewertete Genre begründet der examinierte Philosoph und Literaturwissenschaftler hingegen kurz und bündig: "Die Science Fiction hat heute Möglichkeiten, von denen die sogenannte ernste Literatur nur träumen kann." In Anlehnung an eine These seines amerikanischen Kollegen Bruce Sterling bezeichnet Hammerschmitt die Science Fiction als "Hofnarr unserer technologischen Kultur". Nur sie sei in der Lage, die technologische Entwicklung, ihre falschen Versprechungen und Mythen einerseits zu antizipieren und andererseits kritisch zu reflektieren. Ohnehin sei die Science Fiction, als mit der Moderne entstandene Gattung, die einzige, in deren Gesamtkonzept die technologische Entwicklung und insbesondere deren Schattenseiten umfassend dargestellt und ästhetisch verfügbar gemacht werden.
Mit seinen Erzählungen, Essays und Romanen, etwa Wind (Suhrkamp 1997), "Instant Nirwana" (Aufbau 1999) oder "Der Opal" (Argument 2000) belegt Marcus Hammerschmitt, dass gute Science Fiction auch in Deutschland eine Zukunft hat. Und das ist nicht selbstverständlich in einem Land, in dem immer noch viele Geister dieser im besten Sinne unterhaltungsliterarischen Gattung skeptisch gegenüberstehen. Zu Unrecht, wie Hammerschmitt zeigt.

Lesung von Marcus Hammerschmitt und Barbara Slawig am 16. März (Space Night) in der lothringer13

Website: www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt
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