12. Internationale Frühjahrsbuchwoche München
Aktuell
Kurzinfo
Einführung
Autorinnen & Autoren
Gesprächspartner/innen
Veranstaltungskalender
Diskussionen/Vorträge
Lesungen und Gespräche
Musik/Kunst/Medien
Kinderprogramm
Filmprogramm
Impressum
Veranstalter
Presseschau
Archiv
Home
Filmprogramm
Utopische Welten
Filmreihe im Atelier-Kino in der Sonnenstraße 12
Reservierung unter Tel. 59 19 18

Kaum war das Kino geboren, wurde schon der erste utopische Film gedreht: "Die Reise zum Mond" (1902). Es war ein naives, handgemachtes Abenteuer, noch ganz frei von philosophischen Ingredienzien. Das änderte sich bald: In "Metropolis" (1927) entwarf Fritz Lang die Vision einer künftigen Welt mit einem gesichtslosen Sklavenheer von Arbeitern - und einer Oberschicht, die in den höchsten Etagen der Wolkenkratzer thront.
Von nun an vereinte Science Fiction-Kino oft beides: Abenteuer und gesellschaftspolitische Entwürfe, Spannung und moralischen Impetus. Mit SF-Filmen wurden Ängste geschürt und wieder gebannt. Zugleich warnten die Filmemacher vor der Unvernunft der Menschen und ihren Folgen. Utopisches Kino wurde zum Genre der Menetekel und tödlichen Obsessionen, aber auch der Realität gewordenen Ideale und schönen Träume.
Die Reihe mit Science Fiction-Filmen folgt diesen Spuren - und wie sie sich im Kino des Westens und des Ostens manifestierten. Gezeigt werden Klassiker des SF-Genres und vergessene Filme, die wiederzuentdecken lohnt. Nicht zuletzt führt diese Reihe die technische Entwicklung des Kinos vor - und wie unterschiedlich das Genre gehandhabt wurde: als waffenklirrendes Spektakel ebenso wie als grüblerische Reise in die Innenwelt des Menschen, als bunt schillernder Comicstrip oder anspielungsreiche Satire.


METROPOLIS
D 1927 - R: Fritz Lang - B: Thea von Harbou - K: Karl Freund, Günther Rittau - D: Alfred Abel, Gustav Fröhlich, Brigitte Helm, Rudolf Klein-Rogge, Fritz Rasp, Heinrich George - 140 min, schwarzweiß

Ein früher Klassiker des SF-Films: eine Vision der Stadt des Jahres 2000. "Metropolis entstand aus meinem ersten Blick auf die Wolkenkratzer New Yorks ... Ich hatte die Vorstellung, daß dies der Schmelztiegel vielfältiger und wirrer menschlicher Kräfte war, die blind einander anstießen ... Die Gebäude erschienen mir wie ein vertikaler Vorhang, schimmernd und sehr leicht, ein üppiger Bühnenhintergrund ... Ich wußte, daß ich über all diese Eindrücke einen Film machen mußte." (Fritz Lang)
Donnerstag, 8. März, 18.00 Uhr


BLADE RUNNER
USA 1982 - R: Ridley Scott - B: Hampton Fancher, David Peoples - K: Jordan Cronenweth - D: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, Daryl Hannah - 117 min, DF

Los Angeles 2019, ein düsterer Großstadtmoloch: Wolkenkratzer mit 400 Stockwerken ragen in den Himmel; Häuserreihen sind zu gigantischen Videoschirmen umfunktioniert worden. Um der Überbevölkerung Herr zu werden, versucht man die Menschen zum Auswandern auf andere Planeten zu bewegen. Vor dieser Kulisse spielt die Geschichte des Blade Runner, eines Spezialdetektivs, der vier künstliche Menschen unschädlich machen soll, die sich aber als menschlicher erweisen als die Menschen in dieser Stadt.
Donnerstag, 8. März, 21.00 Uhr


DER SCHWEIGENDE STERN
DDR/Polen 1959 - R: Kurt Maetzig - B: Jan Fethke, Wolfgang Kohlhaase, Günter Reisch, Günther Rücker, Alexander Stenbock-Fermor, Kurt Maetzig nach dem Roman "Planet des Todes" von Stanislaw Lem - K: Joachim Hasler - D: Yoko Tani, Oldrich Lukes, Ignacy Machowski, Julius Ongewe, Eva-Maria Hagen, Ruth Maria Kubitschek - 95 min

Ein Raumschiff mit internationaler Besatzung fliegt 1970 zur Venus, um das Geheimnis einer in der Wüste Gobi entdeckten kosmischen Spule zu ergründen. Es gelingt, den Inhalt der Spule zu entziffern: 1908 hatten die Venusbewohner einen Angriff auf die Erde geplant... - Der erste Science-fiction-Film der DEFA, nach einem Roman des polnischen SF-Autors Stanislaw Lem. Ausgehend von der 1959 aktuellen Bedrohung der Zivilisation durch einen Atomkrieg der Weltmächte, ruft Regisseur Maetzig zu Frieden und Verständigung auf. Damit gelang ihm ein zugleich naiver wie experimenteller Film -für Freunde des Genres ein absolutes Muß.
Einführung Ralf Schenk
Freitag, 9. März, 18.30 Uhr


MAD MAX
AUS 1978 - R: Georg Miller - B: James McCausland, George Miller - K: David Eggby - D: Mel Gibson, Joanna Samuel, Hugh Keays-Byrne, Steve Bisley, Tim Burns - 95 min, DF

Auf der Erde herrscht offener Bürgerkrieg. Von der Gewalt und dem Terror einer Motorradbande wird auch der Polizist Max betroffen, dessen kleiner Sohn nach einem Anschlag stirbt und dessen Frau schwer verletzt wird. Max, der seinen Dienst schon quittiert hatte, schlüpft in die Uniform zurück und kehrt als Racheengel in die verlassenen Städte heim. - "Mit einer Ikonographie, die an den Italo-Western erinnert, zelebriert Miller wilde Rituale der Gewalt und Brutalität. In der Übersteigerung einiger Aspekte unserer Zivilisation zeichnet er eine Zukunft, in der das Faustrecht und die Barbarei triumphieren..." (film-dienst).
Freitag, 9. März, 21.00 Uhr


DER MANN MIT DEM OBJEKTIV
DDR 1961 - R: Frank Vogel - B: Paul Wiens - K: Horst Hardt - D: Rolf Ludwig, Heinz Schubert, Christine Laszar, Helga Labudda, Micaela Kreißler, Otto Stark - 81 min, schwarzweiß

Durch eine technische Panne wird der Raketenpilot Os aus dem Jahr 2222 in das Jahr 1960 zurück katapultiert. Genau 24 Stunden hält er sich in der DDR auf - und gerät in zahlreiche Schwierigkeiten. Nicht nur, weil er keinen Personalausweis besitzt und in seiner Zeit das Geld längst abgeschafft ist, sondern weil er mit seinem Gefühls- und Gedanken-Objektiv GGO die Gedanken der Menschen hören kann. - Ein mit Science-fiction-Elementen angereichertes Lustspiel, das die ostdeutsche Gegenwart vor dem Mauerbau mit Esprit auf die Schippe nimmt.
Einführung Ralf Schenk
Samstag 10. März, 18.30 Uhr


DER HERR VOM ANDEREN STERN
D 1948 - R: Heinz Hilpert - B: Werner Illing, Max Christian Feiler - K: Georg Bruckbauer, Theo Nischwitz (Tricks) - D: Heinz Rühmann, Hilde Hildebrandt, Anneliese Römer, Hans Cossy, Peter Pasetti - 95 min, schwarzweiß

Eine Nachkriegsproduktion mit Heinz Rühmann, die an den Kassen des Jahres 1948 zum Flop avancierte. Ein verirrter Sternenbewohner (Rühmann) nimmt die Gestalt eines Menschen an und erfährt die Zwänge und Tücken des Erdenlebens... - Kabarettistische Satire ohne direkten Zeitbezug zum Nachkriegsdeutschland, gedämpft heiter und seltsam melancholisch.
Samstag, 10. März, 21.00 Uhr


SIGNALE - EIN WELTRAUMABENTEUER
DDR/Polen 1970 - R: Gottfried Kolditz - B: Claus-Ulrich Wiesner, Gottfried Kolditz, nach einem Roman von Carlos Rasch - K: Otto Hanisch - D: Gojko Mitic, Piotr Pawlowski, Jewgeni Sharikow, Karin Ugowski, Friedrich Richter, Alfred Müller - 91 min

Mitte des 21. Jahrhunderts. Raumschiffkommandant Veikko sucht nach dem verschollenen Forschungsschiff "Ikaros" zu suchen. Zwischen Mars und Jupiter taucht das Wrack der "Ikaros" auf dem Radarschirm auf. Doch die Besatzung scheint verschollen zu sein. Die Mannschaft der "Laika" fühlt sich von den unerklärlichen Funksprüchen bedroht. Nur Veikko läßt sich nicht irritieren. Seiner Ansicht nach sind Wesen, die technisch so hochentwickelt sind, um solche Signale zu senden, aus der Periode der Feindschaft und Aggression längst herausgewachsen. - Die Babelsberger Kosmonautenstory erschien als "humanistische" Antwort auf Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum".
Einführung Ralf Schenk
Sonntag, 11. März, 18.30 Uhr


THX 1138
USA 1969 - R: George Lucas - B: George Lucas, Walter Murch - K: David Myers, Albert Kihn - D: Robert Duvall, Donald Pleasence, Don Pedro Colley, Maggie McOmie, Ian Wolfe - 95 min, OF

In einer unterirdischen, von Computern gelenkten Welt des 25. Jahrhunderts leben der Mann THX 1138 und seine Frau LUH. Wie alle anderen haben auch sie keine sexuellen Beziehungen: Für den Hormonhaushalt sorgt statt dessen eine tägliche Drogenration, die die Menschen freiwillig schlucken. Doch irgendwann verweigern sich die beiden und entdecken ihre Sexualität. LUH wird schwanger, aber als das bekannt wird, verliert sie das Leben. THX kommt ins Gefängnis und versucht zu fliehen... - Der "äußerst professionell gemachte Erstlingsfilm" (Newsweek) des späteren Star-Wars-Regisseurs George Lucas.
Sonntag, 11. März, 21.00 Uhr


GATTACA
USA 1997 - R und B: Andrew Niccol - K: Slawomir Idziak - D: Ethan Hawke, Uma Thurman, Alan Arkin, Jude Law, Loren Dean, Gore Vidal, Ernest Borgnine - 106 min, DF

Der Wissenschaft ist es gelungen, die Gen-Kombination des Menschen bei der Zeugung im Labor präzise zu steuern. Und wer wie Vincent Freeman noch eine Frucht natürlicher Liebe war, gilt schon als "Invalide", ohne Chancen auf eine Karriere. Vincent möchte aber Raumfahrer werden, und für diesen Traum riskiert er alles. - "Außergewöhnlich schöner Science-fiction-Thriller, der in elegischem Ton von einer manipulierten Welt zwischen Kafka, Orwell und Huxley erzählt. Vor allem fasziniert das futuristische Design, das sich wieder auf klassische Art-déco-Formen und Bauhaus-Architektur besinnt." (Fischer Film Almanach 1999).
Montag, 12. März, 18.30 Uhr


SEXMISSION
Polen 1983 - R: Juliusz Machulski - B: Juliusz Machulski, Jolanta Hartwig, Pavel Hajny - K: Jerzy Lukasziewicz - D: Olgierd Lukasziewicz, Jerzy Stuhr, Beata Tyszkiewicz - 120 min, DF

Albert und Max, zwei Biologen, lassen sich in einen Kälteschlaf versetzen. Aber weil mal wieder irgendwas nicht funktioniert, erwachen sie erst im Jahr 2044: mitten in einem reinen Frauenstaat. Die hübschen, klugen Amazonen haben es geschafft, zu ihrem Fortbestand auf Männer gänzlich verzichten zu können, und planen nun folgerichtig, ihren "archäologischen Fund" schnellstens zu operieren und der Gemeinschaft anzupassen. - Ein doppelbödiger, frecher Spaß und zugleich eine Parabel auf diktatorische Gesellschaften und ihre Manipulationstechniken.
Montag, 12. März, 21.00 Uhr


SOLARIS
UdSSR 1972 - R: Andrej Tarkowski - B: Friedrich Gorenstein, Andrej Tarkowski nach dem gleichnamigen Roman von Stanislaw Lem - K: Wadim Jussow - 170 min, OmU

Kevin, Spezialist der psychologischen Wissenschaften, wird zur Orbitalstation geschickt, um zu entscheiden, ob die Erforschung des Planeten Solaris weitergeführt wird oder nicht. Auf der verödeten Station begegnet er unheimlichen Wesen, die Menschen sein könnten. Er erfährt, daß es sich dabei um "Kopien" handelt, um materialisierte Widerspiegelungen jener Gedanken, die man tief in seinem Bewußtsein verborgen hält. Hervorgebracht werden diese Erscheinungen vom Planeten Solaris. Auch Kevin wird von dem Planeten "überwältigt"... - Ein Film über die Heimkehr des verlorenen, dem Rationalismus ergebenen Wissenschaftlers zu den verborgenen Quellen der Existenz. Einer der berühmtesten SF-Filme aller Zeiten.
Dienstag, 13. März, 18. 00 Uhr


MATRIX
USA 1999 - R + B: Larry und Andy Wachowski - K: Bill Pope - D: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Joe Pantoliano - 136 min, DF

Die Welt, wie wir sie kennen, ist nur eine komplexe Illusion in unseren manipulierten Gehirnen, die "Matrix" genannt wird. In der wirklichen Welt dahinter haben intelligente Maschinen die Macht, die die Energie der Menschen für ihre Zwecke ausbeuten. Doch eine kleine Gruppe von Rebellen unter Führung des charismatischen Morpheus hat das Cyberspace-Netz der Lügen durchschaut. Sie sind überzeugt, daß der Computerexperte Neo der lange angekündigte Weltenerretter ist, der sie von der Knechtschaft befreien wird. Aber wer überzeugt Neo von seiner Mission? - Furioser, geistvoller, optisch beeindruckender Action-Thriller mit grandiosen Kampfszenen.
Dienstag, 13. März, 21.00 Uhr


STALKER
UdSSR 1979 - R: Andrej Tarkowski - B: Arkadi und Boris Strugatzki nach ihrer Erzählung "Picknick am Wegesrand" - K: Alexander Kniaginski, N. Fudim, S. Naugolnych - 167 min, DF

Die "Zone", ein menschenleeres Reservat, soll ein Zentrum besitzen, in dem sich der Schlüssel für die Erfüllung aller Wünsche befindet. Drei Männer machen sich auf den Weg: Auf der gefahrvollen Reise offenbaren die drei ihre geheimsten Gedanken und Wünsche... - Filmisches Porträt einer Welt in der geistigen Krise. Eine philosophische Parabel, die wie ein Blick von einem fernen Planeten auf die Erde erscheint und über die Integrität jedes einzelnen Individuums, die Unantastbarkeit der menschlichen Würde reflektiert.
Mittwoch, 14. März, 18.00 Uhr


UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART
USA 1977 - R und B: Steven Spielberg - K: Vilmos Zsigmond - D: Richard Dreyfuss, Francois Truffaut, Teri Garr, Melinda Dillon, Bob Balaban, Lance Hendriksen - 135 min, DF

Ein Ufo kündigt sich an, und Scharen von Menschen pilgern zu dem Ort in den USA, um das einmalige Ereignis mitzuerleben. Nachdem die Außerirdischen gelandet sind, nehmen sie Kontakt zu jenen Menschen auf, die ihnen besonders befähigt erscheinen, und laden sie zu einer Fahrt in den Weltraum ein. - Wie Tarkowskis "Stalker" entsprach auch dieser Film "dem momentanen Bedürfnis nach Mystik, Heilslehre und Flucht aus der rationell organisierten Welt" (Science Fiction Times). Und dennoch - anders als bei Tarkowski - ein Film voller "Ironie und sarkastischen Humors, der dem mystischen Ernst des Ganzen entgegen steht" (Rheinische Post).
Mittwoch, 14 März, 21.00 Uhr

Die Filmreihe ist eine Veranstaltung der Trianon Filmtheater-Betriebe in Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Film im Kulturreferat. Die Filmauswahl besorgte Ralf Schenk (Berlin).
Internationale Frühjahrsbuchwoche München Landeshauptstadt München Kulturreferat medienforum münchen