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Inkognito
Christian
Brückner liest Harlem-Klassiker von Chester Himes in der U-Bahn und
im Polizeirevier
Ein paar
Worte dieser leicht angerauhten Stimme, und schon sind sie da, die Bilder
dubioser Geschäfte, mafioser Verwicklungen, korrupter Casinochefs,
melancholischer lonesome fighter mit goldenem Herz.
Christian Brückner synchronisiert Alain Delon, Harvey Keitel, Warren
Beatty, vor allem aber ist er the voice Robert De Niros. Diesmal
allerdings leiht er seine Stimme einem anderen großen, noch immer
zu wenig bekannten Klassiker: Chester Himes.
Grave Digger/Grabschaufler und Ed Coffin/Sarg heißen seine beiden
Detectives mit Plattfüßen, vernarbten Gesichtern, fern vom
feinen Kalkül eines Sherlock Holmes. Keine Helden des Kombinierens,
dafür so korrupt, so clever, so ängstlich und so rabenschwarz
wie ihre Klientel im Ghetto von Harlem mit seinen Mülltonnen, Ratten,
zerbeulten Cadillacs und dem Klicken der 38er; mit kriminellen Niggern
und geldgierigen Juden.
Rabenschwarz, wie gesagt, und garantiert nicht politically correct sind
die Krimi-Klassiker von Chester Himes, der sein Personal die Lexington
Avenue rauf und runter hetzt und dann mit 100 Sachen Richtung 112th Street,
immer den Zeigefinger auf dem Stadtplan. Denn Chester Himes war eine Art
Karl May. Er kannte den Schauplatz seiner Geschichten gar nicht. Aufgewachsen
in einer gutbürgerlichen Familie von Missouri, siebeneinhalb Jahre
im Knast wegen Diebstahls, schrieb er erst in Paris seine Harlem-Krimis,
Lauf, Junge lauf und all die anderen (erschienen im Unionsverlag
Zürich). Und dabei interessierte ihn nicht die Jagd nach dem Täter,
sondern die Soziologie des schwarzen Viertels, die Verhaltensweisen und
Lebensbedingungen.
Nun nimmt
der Schauspieler Christian Brückner die Verfolgung auf:
Am Freitag, 17.3., um ca 18.00 in der U-Bahn, um 19.00 Uhr im Polizeipräsidium
Ettstraße/ Eingang Löwengrube
Cornelia Zetzsche
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