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Ortszeit
Hanoi Lesung
und Gespräch mit Pham Tien Duat, Y Ban und Nguyen Huy Thiep. In Hanoi
stehen derzeit nicht so sehr Probleme der Literatur im Vordergrund. Intensiv
und direkt betroffen sind die Menschen dort viel eher von den Begleiterscheinungen
des Prozesses der Öffnung, der Einführung marktwirtschaftlicher
Prinzipien, von geglückten oder gescheiterten Experimenten im wirtschaftlichen
und politischen Bereich. Günter Giesenfeld Eine Veranstaltung des Goethe Forums in Zusammenarbeit mit der Internationalen Frühjahrsbuchwoche. Karten: 12,- DM (erm. 8,- DM) Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen und über München Ticket, Telefon 54 81 81 81. Abendkasse ab 18.00 Uhr
Die AutorInnen Pham Tien Duat wurde 1941 in der Provinz Phu Tho geboren. Sein Vater war Lehrer für Chinesisch und Französisch, seine Mutter eine Bäuerin, die nicht lesen und schreiben konnte. Schon in frühen Jahren verließ er die Familie und studierte weit weg von der Heimat. Nach seinem Studienabschluß ging er zur Armee und kämpfte während des gesamten Vietnamkriegs am Ho Chi Minh-Pfad. In dieser Zeit begann er Gedichte zu schreiben und ist heute einer der bekanntesten Lyriker Vietnams. Darüber hinaus ist er auch als Journalist tätig, leitet im Schriftstellerverband die Abteilung für auswärtige Beziehungen und ist Herausgeber der seit 1999 erscheinenden englischsprachigen Zeitschrift Vietnam Literature Review. In der vietnamesischen Öffentlichkeit ist er auch durch seine Fernsehsendungen über Poesie und Musik bekannt. Y Ban, 1961 in der Stadt Nam Dinh geboren, studierte zunächst Medizin und lehrte an der Medizinischen Hochschule von Thai Binh, bis sie ihre Liebe zur Literatur entdeckte und das Nguyen-Du-Literaturinstitut Hanoi besuchte. Einer ihrer ersten Texte, die Kurzgeschichte Offener Brief an die Mutter Au Co erregte Aufsehen beim Vietnam Literaturforum im Jahre 1989 und wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Ebenfalls prämiert wurde 1993 der Erzählband Nguoi dan ba co ma luc (Die Zauberin), dem inzwischen viele weitere gefolgt sind. Derzeit arbeitet die Autorin außerdem für die Zeitung Giao Duc va Thoi Dai (Erziehung in unserer Zeit). Nguyen
Huy Thiep, 1950 in Hanoi geboren, studierte zunächst Geschichte
und wurde Lehrer im Bergland von Son La. Dort entstanden seine ersten
literarischen Werke. Thiep kehrte nach Hanoi zurück, nahm eine Stelle
im Erziehungsministerium an und arbeitete als Illustrator. 1987 erschien
in der Kulturzeitschrift Van Nghe seine Erzählung Der pensionierte
General, die ihn mit einem Schlag bekannt machte. Thiep wurde in Vietnam
heftig kritisiert, fand aber auch prominente Verteidiger. Seither erscheinen
regelmäßig Bände mit Kurzgeschichten und Novellen. Er
ist einer der ganz wenigen modernen Autoren aus Vietnam, dessen Werke
in westliche Sprachen übersetzt worden sind. Im Westen gilt er gelegentlich
als eine Art Dissident, weil er sich gegen die offizielle Verklärung
des Widerstandskampfes in der Literatur wendet, in Vietnam ist er einer
der wichtigsten
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