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Tatort
Stadt Gespräch
mit Pieke Biermann (Berlin), Mo
Hayder (London), Sie könnten
unterschiedlicher nicht sein, aber eines verbindet sie: Die Russin Alexandra
Marinina, die Berlinerin Pieke Biermann und Mo Hayder aus London schreiben
Krimis. Bei uns immer noch eine eher verachtete Literaturgattung, im Angelsächsischen
hingegen weitverbreitet und mit einer großen Tradition, in Russland
noch ganz am Anfang, Denn solange es die Sowjetunion gab, in der Kriminalität
offiziell nicht vorkam, hätte man ja höchstens über die
Verbrechen des KGB schreiben können, und das war keineswegs opportun.
Unterdessen weiß man auch und vor allem in Moskau um die Missetaten
und Morde der alten Seilschaften und der neuen Mafia. Und die Marinina
schreibt darüber: aus der Sicht einer promovierten Juristin, die
im wirklichen Leben zwanzig Jahre lang im Juristischen Institut des Moskauer
Innenministeriums gearbeitet hat. Pieke Biermann ist unter den dreien
vergleichsweise der alte Hase: Sie hat seit 1987 bereits fünf Bücher
veröffentlicht, zuletzt den Erzählband Berlin. Kabbala.
Und ihre Kriminalgeschichten zeichnen sich dadurch aus, daß sie
dem keinem Klischee entsprechen: kein whodunnit, kein gerissener
Mörder und noch schlauerer Inspektor, kein Gutes-siegt-über-das-Böse.
Mo Hayder schließlich ist mit ihren knapp dreißig Jahren die
Jüngste und mit ihrem Debutroman Der Vogelmann der shooting
star unter den Krimiautorinnen Großbritanniens. Sigrid Menzinger In Zusammenarbeit mit der Stiftung Literaturhaus |