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Eine Existenz
im Dazwischen
Gespräch
mit Yoko Tawada (Tokio/Hamburg), Hamid
Skif (Algier/Hamburg), Stevan Tontic
(Sarajewo/Berlin) und José Oliver
(Schwarzwald/Andalusien) Da leben sie also unter uns, in Berlin, Hamburg, München oder sonst irgendwo: Schriftsteller fremder Herkunft, die sich für ihre Literatur unserer Sprache bedienen. Mit ihrem von der eigenen Kultur geprägten Blick schauen sie unsere Gegenwart an und halten uns einen Spiegel vor - verzerrt er? Ist er blank geputzt? Was sehen sie, wenn sie uns sehen? Was sehen wir durch ihre Augen? Wie empfinden sich die Autoren selbst, wenn sie ihre Muttersprache verlassen und die ihrer neuen geistigen Heimat benutzen? Wenn zwei Welten in einer Person zusammenprallen, kann es zu schmerzhaften Störungen kommen, zu Irritationen der Identität, zur janusköpfigen Existenz. Oder zu einer Hochzeit der Kulturen. Aber nicht nur in diesem glücklichen Fall können alle Seiten gewinnen, die Autoren, ihre Leser und die Sprache selbst. Das Fremde und das Vertraute befruchten einander, gewinnen Farbe und Reichtum hinzu, verschmelzen miteinander und bewahren doch die Eigenart. Eine Utopie? Ein Multikulti-Traum? Lösen sich die Monokulturen langsam auf? Wachen endlich Verlage und Leser auf und nehmen die Hinzukommenden mit ihrem mitgebrachten Reichtum wahr? Auf dem Podium sprechen Yoko Tawada, Stevan Tontic und Hamid Skif über ihr Leben in zwei Welten. Yoko Tawada
aus Tokyo lebt und arbeitet seit 1982 in Hamburg, schreibt in deutscher
und . japanischer Sprache. Sie hat sich im Dazwischen eingerichtet,
braucht gleichermaßen die Anziehungskraft von Asien und Europa für
ihre literarische Tätigkeit. Stevan Tontic aus Sarajewo, einer der
wichtigen Lyriker des ehemaligen Jugoslawien, lebt im Berliner Exil, abgestempelt
als Verrräter. Ein Schweben im Dazwischen ist für
ihn nicht denkbar, er spürt die trennende Grenze als schmerzhaften
Einschnitt, gezogen mitten durchs Herz. Mechthild Zschau In Zusammenarbeit mit der Monacensia und der Offenen Akademie der Volkshochschule |