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"Als
ich sah, daß mein Leben absolut wertlos geworden ist und absurd
und daß ich jeden Tag zehnmal getötet werden kann, mußte
ich eine gewisse Spur hinterlassen; so habe ich angefangen, Gedichte zu
schreiben, um meinen Geist zu retten und meine menschliche Würde".
In Sarajewo bedeutete Schreiben für Stevan Tontic seelisches Überleben.
Bis zuletzt hatte er sich für Versöhnung und gegen den Krieg
eingesetzt. Er ließ sich von keiner Partei vereinnahmen und wurde
daraufhin in der Presse als "Verräter" angegriffen. Nach
einem Jahr der Hölle im belagerten Sarajewo floh er, um sich selbst,
seine Freunde und seine Poesie nicht zu verraten. Seit 1993 lebt und schreibt
Tontic im Berliner Exil, getrennt von seiner Familie, die als Flüchtlinge
in Belgrad leben. "Die Grenze wurde gezogen/ mitten durchs Herz",
heißt es in einem seiner Gedichte. Die Bilder des Schreckens bleiben
gegenwärtig, sie "stehen so tief in jedem von uns, daß
sie bis zum Schluß ein 'Material' fürs Erzählen und Erinnern
und gleichzeitig eine schwere Bürde sein werden." Stevan Tontic, im März zu Gast in der Villa Waldberta, nimmt am 18.3. am Podium Eine Existenz im Dazwischen im Gasteig/Black Box teil. |
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