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Weißt
du, daß die Isar ins Ägäische Meer fließt? ... Sie
fließt in die Donau, klar. Aber die Donau fließt ins Schwarze
Meer, das durch den Bosporus ins Marmarameer, und das mischt sich irgendwann
mit dem Ägäischen. Engin und Martin, der türkische
und der deutsche Junge in Alev Tekinays Buch Engin im Englischen
Garten (Ravensburger Buchverlag, 1990) trösten sich mit diesem
Gedanken über die große Entfernung zwischen Deutschland und
der Türkei hinweg. Engin im Englischen Garten erzählt die Geschichte von Engin und seiner Zwillingsschwester Emel, die in München geboren und aufgewachsen sind. Ihre Eltern kommen aus der Türkei, haben immer noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, und bald läuft ihre Lizenz für den kleinen Obststand ab, den sie an der Leopoldstraße betreiben. Daher beschließen sie die endgültige Heimkehr in die Türkei und schicken ihre Tochter Emel voraus in ein Internat nach Izmir. Für die Kinder bricht eine Welt zusammen. Engin kennt die Heimat seiner Eltern nur von kurzen Urlauben, Izmir ist für ihn ein Name, karge Erinnerungen, mehr nicht. Emels Luftpostbriefe aus der Türkei zeigen ähnliche Verwirrung: In Deutschland war ich Türkin und hier bin ich Deutsche. Aber in Deutschland kannte ich alles, nichts war mir wirklich fremd ... Jede Nacht rumpelt eine blaue Straßenbahn durch meine Träume. Die blaue Straßenbahn mit Namen Sehnsucht. Sie rumpelt durch eine Stadt, die ich nicht kenne. Aber es ist die Straßenbahn von München. Doch allmählich entdeckt sie auch die Schönheiten der Palmenstadt in der Ägäis: sie lernt die Silberbucht und Hayal Hanim (Frau Fantasie) kennen und den Märchenvogel Anka, der mit wundersamen Kräften der orientalischen Kultur begabt ist. Mit ihrer Hilfe erfüllen sich Emels Wünsche: ihre Eltern holen sie nach München zurück. Und als Emel dann im Flugzeug sitzt, fällt ihr der Abschied von Izmir fast ein bisschen schwer. Alev Tekinay liest am 18. März beim Kinderfest im Rumfordschlößl |
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