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Wer kennt
es nicht, das quirlige Leben in den Büchern des Malers, Zeichners
und Illustrators Ali Mitgutsch, der mit seinen episodenreichen und vielfigurigen
Bildgeschichten schon die Kleinsten an die Hand nimmt zum Spaziergang
durch das bunte Treiben zwischen zwei Buchdeckeln: Bei uns im Dorf
(1970) oder Hier in den Bergen (1979).
Rundherum in meiner Stadt (1968), das erste der sogenannten
"Wimmelbilderbücher", wurde mit dem "Deutschen Jugendbuchpreis"
ausgezeichnet und hat seinen Erfinder in aller Welt bekannt gemacht. Ali
Mitgutsch nennt seine Bilderzählungen allerdings lieber "Verdichtungsbücher",
denn am Ende fügen sich die scheinbar losen Episoden zu einem ganzen
Bild, das den Betrachter in das Geschehen hineinzieht, Erinnerungen wachruft.
Schon als Kind war Ali Mitgutsch fasziniert von den Schaukästen mit
beweglichen Figuren, die an religiösen Wallfahrtsstätten aufgestellt
waren und ihn früh zu eigenen Bilderzählungen anregten.
Ali - eigentlich Alfons - Mitgutsch wurde 1935 in München geboren.
Lebhaft erinnert er sich an seine Kindheit in einem Schwabinger "Großstadthof
mit einem Gewirr von Rück- und Seitengebäuden, Kellerwerkstätten
von Bildhauern, Malern und der Backstube einer Bäckerei, und über
all dem verschiedene Dachgärten zum Wäschetrocknen. Es war ein
herrliches Leben...". Meistens hockte er in irgendeinem Winkel unter
dem Dach und erfand dort seine zwei Freunde Buxi und Fritz, mit denen
er abenteuerliche Geschichten erlebte. Und weil er nach seinen Entdeckungstouren
durch die Schwabinger Hinterhöfe meistens so aussah, wie sich seine
Familie Ali Baba vorgestellt hat - "barfuß, braungebrannt und
verdreckt" - wurde er bald nur noch Ali gerufen.
Später, nach einer Lithographenlehre und seinem Studienabschluß
an der graphischen Akademie, brach Ali Mitgutsch auf in alle Himmelsrichtungen
zu wirklichen Abenteuern: siebzehn Jahre lang war er jedes Jahr mehrere
Monate mit einem Freund unterwegs, zwei Weltenbummler ohne Geld, die ihren
Reiseetat "mit dem Verkauf von wertlosen Skizzen, Anfertigen von
Wandbildern und dem Vergolden von Grabinschriften" aufstockten. Auf
Reisen reiften Ideen für die Bilder und Geschichten der ersten Kinderbücher:
Reisen sind für mich immer, als wäre ich ein Acker, der
frisch umgepflügt wird. Abgenütztes verschwindet, tiefere Schichten
kommen an die Oberfläche.
Inzwischen hat Ali Mitgutsch drei erwachsene Kinder und lebt abwechselnd
in "einer großen, vollkommen verwinkelten Altbauwohnung in
Schwabing" oder in seinem alten Bauernhaus in Niederbayern. Am 26.
März haben alle Fans von Ali Mitgutsch Gelegenheit, noch mehr über
seine Kindheit in Schwabing zu hören und sich in dieser Kulisse gemeinsam
mit dem Geschichtenerfinder - so Ali Mitgutschs liebste Berufsbezeichnung
- auf imaginäre Streifzüge zu begeben.
Veranstaltung
mit Ali Mitgutsch für Kinder und Erwachsene am 26.3., 15.00 Uhr,
in der Seidlvilla
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