Autorenportrait
Corner Boys
Zu Geoffrey Beattie

Arbeit gibt`s keine in Belfast für die Clique an der Ecke, zu der James gehört. Höchstens mal einen Gelegenheitsjob für die „Organisation“, alles harte Typen mit Knarren, die schon mal jemand ins Knie schießen. So als Denkzettel, damit der spurt. Was mit seinem besten Freund geschah, war zwar nur eine Scheinexekution. Aber James ist es nicht wohl in seiner Haut. Und da ist noch das Problem mit seiner Freundin Shannon. Eine Katholische. Die Clique darf nichts davon erfahren, sonst ist er unten durch. Als er mitkriegt, daß Shannon bloß jemanden für ihre Rache braucht und James so verliebt ist, daß er drauf reinfällt und bei der Schießerei sein Freund hopps geht - da ist endlich Schluß. James will da raus.

Mit Corner Boys (Verlag Klett-Cotta, Februar 2000, aus dem Englischen von Christa Schuenke) legt Geoffrey Beattie ein Sozialdrama über die Träume und Alpträume eines jungen Menschen in einer Hassgesellschaft vor. Mit seinem agil erzählten Roman gewährt er dem Leser einen Einblick in seine Heimatstadt Belfast, dieser unerklärten Kriegszone, in der Menschen versuchen zu leben wie anderswo auch. Normale Menschen, die es gelernt haben, trotz der „Troubles“ jeden Tag durchzukommen, zu überleben, sie als einen Bestandteil des Alltags zu akzeptieren. Durch seinen persönlichen Hintergrund - der Roman enthält unübersehbare autobiographische Züge - besitzt Beattie einen äußerst scharfen Sinn für die Zeit und den Ort, so daß es ihm auf beeindruckende Weise gelingt, die doch von außen so unmenschliche Kompliziertheit der Belfaster Realität zu „vermenschlichen“ und zu zeigen, daß das, was so inhuman erscheint, im Innern durchaus verständlich sein kann.

Geoffrey Beattie ist in einem Arbeiterviertel in Belfast aufgewachsen. Heute ist er Professor für Psychologie in Manchester und schreibt für den Guardian und den Independent. Corner Boys ist sein erster Roman.

„Ich bin gerade noch davongekommen, aber manchmal frage ich mich, was aus mir geworden wäre, wenn es ich es anders gelaufen wäre ...“ (Geoffrey Beattie)
„Einer der Gründe, warum ich meine Heimatstadt als Schauplatz ausgewählt habe, war, daß ich genug davon hatte, so viel Müll über Belfast zu lesen.“ (Geoffrey Beattie)

„Die Corner Boys können sicherlich zu den wichtigsten Werken der social fiction der 90er Jahre gezählt werden.“ (Manchester Evening News)

Veranstaltungen mit Geoffrey Beattie:
Lesung und Gespräch am 19.3. in der Jazzbar Vogler; Teilnahme am Podium „Brennpunkt Stadt“ am 20.3. im Literaturhaus; Stadtführung am 21..3.

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